PC-Beschaffungen an der Kath. Universität Eichstätt
oder
Kauft das Rechenzentrum zu teuer ein?

H. Zimmermann


Zu den Aufgaben des Universitätsrechenzentrums gehört auch die zentrale Beschaffung von Hard- und Software für den gesamten Bereich der Universität. Wird die Software-Beschaffung, von speziellen Einzelanforderungen abgesehen, immer mehr durch Campus-Verträge (WordPerfect CAP) oder gar bayernweite Lizenzverträge (Microsoft Select-Vertrag) abgedeckt, so gilt es, bei der Beschaffung von Hardware, hier konkreter: der PC-Ausstattung, detaillierter ans Werk zu gehen und die individuellen Erfordernisse des jeweiligen Arbeitsplatzes zu berücksichtigen. Dennoch kann man auch hier gewisse Standard-Komponenten beschreiben, die bei annähernd jedem Arbeitsplatz in ähnlicher Weise zum Einsatz kommen. Nachfolgend sind diese Komponenten in einer aktuellen "Standard-Konfiguration" zusammengefasst:

  Mikrocomputer MR Pentium P120 PCI Tower 
  mit Prozessor Intel P120 (120 MHz),  
      ASUS Motherboard P55-TP4XE PCI, 
      16 MB Hauptspeicher (2 x 8 MB PS/2 ohne Parity), 
      Diskettenlaufwerk TEAC 3.5", 
      Tastatur Cherry, 
      Betriebssystem MS-DOS 6.22, 
      MS Windows 3.11 
   `                                                      2.120,-- DM   
      Aufpreis auf Pentium 120 (gg. P90)                    253,-- DM 
      Aufpreis 256 KB pipelined Burst Cache 
           (gg.normalem Cache)                               75,-- DM 
      Aufpreis Festplattenlaufwerk Quantum Fireball 
           (1,28 GB, EIDE)                                  396,-- DM  
      Aufpreis VGA-Graphikkarte SPEA Mirage P64 PCI (2MB)   260,-- DM 
      Aufpreis Farbmonitor Sony MS 17SF II-TCO (17")      1.488,-- DM 
      Aufpreis logi MouseMan Bus-Maus einschl. Mouse-Pad     99,-- DM 
      Aufpreis 3 Jahre Garantie                               -,-- DM 
                                                      ---------------
                                                          4.691,-- DM 
                                         + 15% MWST         703,65 DM 
                                                      ---------------  
                                                          5.394,65 DM 

In letzter Zeit haben sich die Stimmen der Kritiker gehäuft, die meinen, das Universitätsrechenzentrum "kaufe zu teuer ein". Angesichts leerer Haushaltskassen und drastischer Mittelkürzungen auch im öffentlichen Bereich muß diese Kritik ernstgenommen werden. Nur allzu verständlich ist es da, wenn nach dem Motto "Möglichst viel PC für möglichst wenig Geld" verfahren wird. Mit Dumping-Preisen und verführerischen Angeboten schüren einige Anbieter, deren Namen wir hier nicht nennen wollen, diese Sachlage.

Aus der Sicht des Universitätsrechenzentrums dazu folgende Stellungnahme:

  1. Die von uns beschafften PCs enthalten ausschließlich hochwertige Markenbauteile, seien es Motherboards (ASUS), Festplatten (Quantum, Western Digital), VGA-Karten (Spea) oder Monitore (NEC, Sony). Daß Qualität ihren Preis hat, gilt nicht nur beim PC-Kauf, aber hier in ganz besonderer Weise. Viele der hier genannten Komponenten sind in einschlägigen Fachzeitschriften hinsichtlich Qualität und Leistung gut oder sehr gut bewertet worden. Qualität ist nicht nur Voraussetzung für die Zufriedenheit der End-Anwender, sondern auch von besonderem Interesse für die technischen Mitarbeiter des Universitätsrechenzentrums: bei der Betreuung von mehreren Hunderten PCs an der Universität ist es geboten, allein schon durch Auswahl qualitativ möglichst hochwertiger Komponenten den technischen Aufwand für Reparaturen möglichst gering zu halten.

  2. Die vom Universitätsrechenzentrum beschafften PCs haben eine 3-jährige Garantie auf alle Komponenten. Bei vielen Anbietern erschöpft sich die Garantieleistung auf 1 Jahr; eine Garantieverlängerung auf 2 oder 3 Jahre wird nur gegen saftige Aufpreise gewährt und ist oft mit komplizierten Wartungsverträgen über Drittfirmen verbunden. Außerdem stellt uns unser Lieferant ein komplettes Ersatzteillager sowie je 30 beschaffter PCs kostenlos einen Ersatz-PC zur Verfügung, mit denen wir im Fehlerfall entweder schneller eine Reparatur durchführen oder zumindest ein Ersatzgerät bereitstellen können.

  3. Trotzdem werden bei Beschaffungsanträgen dem Universitätsrechenzentrum manchmal durchaus seriöse Angebote und Beschaffungsvorschläge vorgelegt, die auch im Preis günstiger sind als die des Rechenzentrums. Dazu folgendes: Da das Rechenzentrum zentral den technischen Service für die gekauften PCs leistet, ist es sehr daran interessiert, auf dem Gelände der Universität eine möglichst homogene PC-Landschaft zu haben. Extrem formuliert: Technisch lassen sich eben 300 PCs der Marke A vernünftiger betreuen als 1 Gerät der Marke A, 1 Gerät der Marke B, 1 Gerät der Marke C ... usw. Hier geht letztlich Vielfalt, entsprungen aus dem Sparwillen Einzelner, zu Lasten des technischen Betreuungsaufwandes.

  4. Last, but not least: Ist es bei vielen Anbietern üblich, daß für Lieferungen teilweise beträchtliche Nebenkosten (Versand- bzw. Lieferkosten, Portopauschale, Versicherungsgebühr) zu berappen sind bzw. wird sogar eine Selbstabholung verlangt, so wird das Universitätsrechenzentrum mit PCs frei Haus beliefert.

Fazit: Ein günstiger Preis ist eine Sache; Wartung und Service eine andere. Berücksichtigt man dies unter den oben aufgeführten Aspekten, so kann man wohl, wenn man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht, resümierend sagen:

Das Rechenzentrum der Kath. Universität Eichstätt kauft PCs nicht zu teuer ein; Kriterium für die Beschaffung ist aber nicht der billigste Preis, sondern eine vernünftige und wohldosierte Mischung aus Qualität, Preis und technischen Gegebenheiten - letztlich mit dem Ziel, möglichst viele zufriedene End-Anwender zu haben.


Ansprechpartner im URZ:
Heribert Zimmermann   Zimmer Ei: eO-003
                      Tel.: -1662       PMail:heribert.zimmermann