Einführung der EDV in der Universitätsverwaltung

E. Breitenhuber


Als vor zwei Jahren die Universitätsverwaltung zum "großen Sprung ins Computerzeitalter" (vgl. INKUERZE 2/94) ansetzte, gab es nur vage Vorstellungen über den Verlauf der "Flugphase", an eine erfolgreiche Landung wagten damals allenfalls ein paar Berufsoptimisten - solche soll es im Rechenzentrum wie in der Verwaltung noch geben - zu glauben. Mittlerweile ist an fast allen Arbeitsplätzen ein vernetzter PC installiert, in den Bereichen Studentenverwaltung und Mittelbewirtschaftung wurden komplexe DV-Verfahren eingeführt, die aus dem täglichen Betrieb nicht mehr wegzudenken sind. Noch im Laufe dieses Jahres soll auch die Personalverwaltung auf einen elektronischen Datenbestand zurückgreifen können, ab 1997 ist geplant, Systeme zur Unterstützung der Prüfungsverwaltung, der Raumbelegungsplanung sowie der Reisekostenberechnung einzuführen.

Hardwareausstattung

Mit der Genehmigung des HBFG-Antrages im Februar 1994 waren (endlich) die Voraussetzungen für eine zusammenhängende DV-Ausstattung der Universitätsverwaltung geschaffen. Zentrales Herzstück ist dabei ein Unix-Server DEC 3000 AXP 600S mit 128 MB Hauptspeicher- und 7 GB Plattenspeicherkapazität. An den Arbeitsplätzen sind derzeit 38 Mikrocomputer (80286 bis Pentium P90), 15 Laser- und zwei Tintenstrahldrucker im Einsatz. Sämtliche PC's sind an das hochschulweite Rechnernetz angebunden, die Unix-Anwendungen auf dem DEC-Server werden durch besondere Firewall-Mechanismen abgesichert.

Softwaresysteme der HIS GmbH

Schon bei der Beantragung der HBFG-Fördermittel war eine grundsätzliche Entscheidung für die Einführung verschiedener Datenbanksysteme der HIS (Hochschul-Informations-System) GmbH Hannover gefallen. Gründe hierfür gab und gibt es mehrere: die HIS ist größter und erfahrenster Anbieter von DV-Systemen für Hochschulverwaltungen. In Bayern gibt es keine Universität, an der nicht HIS-Verfahren zur Anwendung kommen, was einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch ermöglicht. Nicht zuletzt erbringt HIS seine Leistungen für Hochschulen ohne Kostenberechnung, d. h. für die einzelnen Systeme, deren Betreuung sowie für Schulungen fallen keine Kosten an.

Auf der Basis des relationalen Datenbanksystems Informix bietet die HIS für verschiedenste Verwaltungsbereiche spezielle Verfahren an. In der Studentenverwaltung sowie im Bereich Mittelbewirtschaftung (Haushalt/Drittmittel) wurden in der Vergangenheit bereits Verfahren eingeführt, die im folgenden von den beiden Systembetreuerinnen Barbara Woitas und Gabriele Denu näher vorgestellt werden.

Sonstige Verfahren

Neben den großen Datenbankverfahren der HIS kommen natürlich verschiedene Standardprogramme zum Einsatz: im Bereich Textverarbeitung wird sowohl WordPerfect wie auch TeX angewendet, für Tabellenberechnungen nutzen einzelne Mitarbeiter das Produkt Excel, ein beliebtes - weil oft einziges - Instrument zur Kommunikation stellt das Electronic-Mail-System Pegasus dar. Weitere Kommunikations- und Informationsdienste (Zugriff auf WWW-Server, Dateitransfer, Fax-und VoiceMail-Dienste) werden über die vom Rechenzentrum bereitgestellten Programme genutzt.

Perspektiven

Wenn im bisherigen Teil dieses Artikels von kleineren und größeren "Zwischenlandungen" bei der Einführung der Verwaltungs-DV berichtet wurde, wird jetzt sicherlich viele interessieren, in welchen Bereichen und Zeiträumen wir unseren "Sprung ins Computerzeitalter" fortsetzen wollen. Jeder, der schon einmal mit der Einführung von DV-System konfrontiert war, wird zugeben müssen, daß hierbei zeitliche Rahmenpläne zwar vereinbart werden können (und sinnvollerweise auch müssen), daß es aber wegen zahlloser Unwägbarkeiten nur selten gelingt, eine auf den Tag genau terminierte Einführungsphase auch tatsächlich durchzuziehen. Diese Tatsache soll allerdings keine Entschuldigung dafür sein, daß in der Vergangenheit bzw. künftig neue Verfahren nicht terminplanmäßig eingeführt wurden bzw. werden. Vielmehr darf an dieser Stelle bei allen Betroffenen um Verständnis gebeten werden, wenn sich zeitliche Vorgaben als nicht haltbar erweisen - der gute Wille ist in jedem Fall vorhanden.

Doch nun zu den konkreten Plänen: mit dem Verfahren MBS soll bis zum Jahreswechsel auch die Bewirtschaftung der Bibliotheks- und Stiftungsmittel unterstützt werden, außerdem wird an einer Optimierung des Datenträgeraustausches mit der Stiftungskasse gearbeitet. Noch in diesem Jahr ist die Einführung des Systems HISSVA zur Personal- und Stellenverwaltung vorgesehen. Die Verfahren HISIVS (Beschaffung, Bewirtschaftung von Geräten und Inventar) und HISRVL (Raumbelegung) sollen heuer noch mindestens testweise betrieben werden, über tatsächliche Einsatzmöglichkeiten dieser Systeme ist danach zu entscheiden.

Ab 1997 ist geplant, das System HISPOS zur Unterstützung der Prüfungsverwaltung sowie weitere Verfahren (z.B. zur Reisekostenberechnung u. a.) einzuführen. Ebenfalls im nächsten Jahr soll mit der Umstellung bereits laufender HIS-Verfahren auf graphische Benutzeroberflächen begonnen werden.

Angesichts dieser Vorhaben, mit denen wir unseren bereits mehrmals zitierten "großen Sprung ins Computerzeitalter" zum Nutzen der gesamten Universität fortsetzen wollen, sei es erlaubt, auf zwei entscheidende Vorraussetzungen hierfür hinzuweisen: die Einführung und der Betrieb von sich fortlaufend ändernden DV-Systemen ist nur mit qualifiziertem Personal zu bewältigen. Mit der leider immer noch anzutreffenden Meinung "Wenn's einmal läuft, dann läuft's von selber" kann ein aus zahlreichen Komponenten bestehendes DV-System nicht effektiv betrieben werden, ein Blick auf die personelle Ausstattung vergleichbarer Universitäten im Verwaltungs-DV-Bereich kann dies nur bestätigen. Darüber hinaus sollte aber eine zweite Komponente nicht übersehen werden: erst der Wille und das oft über das normale Maß hinausgehende Engagement aller Beteiligten ermöglichen die Umstellung manueller Verfahren auf elektronische Datenverarbeitung. Die Mitarbeiter(innen) des Rechenzentrums und der in der Verwaltung betroffenen Abteilungen haben dies in den letzten zwei Jahren fast ausnahmslos bewiesen.


Ansprechpartner in der Universitätsverwaltung:
Eduard Breitenhuber     Zimmer Ei: SR-212
                        Tel.: -1597       PMail: eduard.breitenhuber

Ansprechpartner im URZ:
Barbara Woitas          Zimmer Ei: eO-108  
                        Tel.: -1669       PMail: barbara.woitas
Gabriele Denu           Zimmer Ei: eO-004
                        Tel.: -1259       PMail: gabriele.denu