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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Fluvius Bagamada (Fluvius Bagrada)

Name (modern):

Oued Medjerda

Image:
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Toponym before
Toponym following
Alternative Image
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Area:

Africa Proconsularis

Toponym Type:

River

Grid square:

4C3 / 4C4

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

Bagradas (DNP)

Name A (RE):

Bagradas

Name B (Barrington Atlas):

Bagrada fl. (32 E3)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Fl. Bagamada

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

Bagrada (p. 40.01)

Name G (Ptolemy):

Βαγράδας (4,3,6; 4,3,18; 4,3,31; 4,3,34; 4,6,10; 4,6,16; 4,6,29)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
The form of the name is hard to determine in its entirety. A vertical crack bisects the opening letter ("B" ?). The fourth letter ("r" ?) remains very uncertain, and it is not clear whether three letters, or two, then follow before the final "da".

The river course became irrecoverable once a copyist evidently omitted to draw it. Placement of the name in open water beyond the river mouth is a puzzle, because to fit it in hereabouts on land would not seem difficult, even had that been impossible at the source (wherever the mapmaker had located it; if there was once a mountain range to serve the purpose, it, too, has dropped out)

Miller, Itineraria, Sp. 950:
Fl. Bagamada, schwarz im Meer, B ist unleserlich, nicht gezeichnet, Bagrada (Ra - in Numidien), sonst Bagradas (Pol - wo eigentlich Βακάρας steht -, St, Agath, Pt, Caes B C, Liv, Ml, Pl, Luc, Sil), entspringt nach Pt auf dem M. Mampsarus, mündet zwischen Karthago und Utica; Eutrop (18, 21) vermutet, daß der Bagr. in zwei Armen geflossen sei und Delta gebildet habe, rechts durch die heutigen Manuba- und Tinisischen Seen und links durch den Meerbusen von Utica; j O Medjerda. Mit zwei Nebenflüssen [Ad Arvalla] und [Armascla fl.].

Kommentar (RE):
https://elexikon.ch/RE/II,2_2773.png
Bagradas. 1) Bagradas oder Bagrăda (so der Nominativ bei Mela I 34. Plin. V 24. Lucan. IV 588. Sil. Ital. VI 141), Hauptfluss des punischen Africa, heutzutage Medjerda. Bei Polybios I 75. XV 2 heisst er Μακάρας (an der zweiten Stelle haben die Hss. Μάκραν, an der ersten giebt Suidas Βουκάρας), was nach Tissot (s. u.) eine alte Nebenform des Namens, die sich in dem heutigen erhalten hat, ist. Er entspringt in Numidien bei Thubursicum Numidarum, jetzt Khamisa (Iul. Honor. Cosmogr., bei Riese Geogr. lat. min. p. 52) — von Ptolemaios IV 3, 18 wird seine Quelle nach dem sonst nicht bekannten Μάμψαρον ὄρος, ebd. IV 6, 10 nach dem ebenfalls nicht weiter bekannten Οὐσάργαλα ὄρος gesetzt; vgl. Tissot Géogr. de l’Afrique I 21ff. —, und mündete nach einem Laufe von über 300 Millien (Iul. Honor.), südlich von Promunturium Apollinis in eine jetzt durch seine Anschwemmungen ausgefüllte Bai, zeitweise in mehreren Armen (dispersis crinibus, Iul. Honor.), vgl. die Karte des Mündungsgebietes in dem von Babelon, Cagnat und Reinach herausgegebenen Atlas archéologique de la Tunisie Lief. 3 [1895]; wenig nördlich von der Mündung legten die Phoinikier ihre erste Colonie in Africa, Utica, an. Erwähnt wird der Fluss zuerst bei Gelegenheit der Campagne des Regulus in Africa, dessen Heer in der Nähe des Flusses einen Drachen von 120 Fuss länge mit Mühe bezwungen haben soll (Tubero bei Gell. VII [VI] 3. Livius bei Val. Max. I 8 ext. 19. Plin. n. h. VIII 37. Sil. Ital. VI 141. Vibius Sequ. p. 147 Riese. Oros. IV 8, 10. Zonar. VIII 13), ferner im karthagischen Söldnerkriege (Pol. I 75), bei der Belagerung von Utica durch Scipio (Pol. XV 2. Liv. XXX 25) und bei dem Feldzug des Curio (Caes. b. c. II 24. 26. Lucan. IV 588. Appian. b. c. II 45). Schiffbar war der Fluss im Altertum wohl ebensowenig wie heute (seinen trägen Lauf bemerken Lucanus IV 588 und Silius Italicus VI 140). Ein Nebenfluss des B. war der in der Tab. Peut. genannte Armascla (Wed bu-Heurtma), ein anderer, nach Tissots Vermutung, der von Sallust (Iug. 48) genannte Muthul (von Tissot mit dem Wed Mellag, dem hauptsächlichsten Nebenfluss des Medjerda von Süden her, identificiert). Am B. oder doch ganz in seiner Nähe lagen die Städte Thuburbo minus, Thisiduo, Membressa, Tichilla, Bulla regia, Simitthus. Die Römerstrasse von Karthago nach Hippo Regius lief von Thuraria bis Simitthu im Thal des B., und zwar am linken Ufer des Flusses (entsprechend [2774] der heutigen Eisenbahn von Tunis nach Sûk-Aghas). Bei Simitthu haben sich erhebliche Reste einer im J. 112 n. Chr. über den B. gebauten steinernen Brücke erhalten (CIL VIII 10117). Vgl. Ch. Tissot Le bassin du Bagrada (Mémoires présentés à l’Académie des inscr. et b. l. IX 2, 1884 p. 1 ff.; verfasst 1879); Géographie comparée de 1’Afrique I 57–82. [Dessau.]

Datierung (Barrington):
Bagrada fl. – Hellenistic/Roman/Late Antique (AAA 18.297; Gascou 1981; EncBerb 9)

erwähnt bei Pomp. Mela (I 34):
Sodann bilden drei Kaps, Candidum (lat. das Weiße) [Kap Blanc], das des Apollon [Ras el Mekki] sowie das des Hermes [Kap Bon], die weithin ins hohe Meer hinausragen, zwei gewaltige Golfe. Den Hipponensischen nennt man so, weil die Stadt Hippo Diarrhytus [Bizerte] an seiner Küste liegt. An dem anderen gibt es Castra Dellia, Castra Cornelia und den Fluss Bagrada [Medjerda]; dann Utica und Karthao, beide berühmt, beide von Phöniziern gegründet, jenes bekannt durch Catos Untergang (seinen Freitod 46 v. Chr.), dieses durch seinen eigenen (die Zerstörung 146 v. Chr.), heute eine Kolonie des Römischen Volkes, einst deren hartnäckige Rivalin um die Herrschaft, und obgleich bereits wieder in Blüte, auch jetzt noch berühmter durch die Zerstörung seiner früheren als durch die Bedeutung seiner gegenwärtigen Macht. Hadrumetum [Sousse], Leptis [Lemta], Clupea [Kelibia], Habromakte, Phyre und Neapolis [Nabeul] liegen von hier aus an der Syrte als die bekanntesten unter unbedeutenden.

Pliniuskommentar:
Fluss Bagrada,
h. Oued Medjerda; er fließt sehr langsam in zahlreichen Windungen druch eine fruchtbare, dicht besiedelte Ebene; vgl. Mela I 34. Zu einer dort vom röm. Feldherrn M. Atilius Regulus erlegten Riesenschlange vgl. Plinius, l.c. 8,37

DNP:
Bagradas

(Μακάρας Pol. 1,75,5; 1,86,9; 15,2,8 [1.1085f.]; Βαγράδας Strab. 17,3,13; Ptol. 4,3,6; 4,3,18; 4,3,31; 6,10; Bagrada: Mela 1,34; Lucan. 4,587; Plin. nat. 5,24; vgl. 8,37). Heute Ksar Baghai (zum Namen [2. 1311]), längster Fluß im nordöstl. Afrika (365 km; anders Iulius Honorius, cosmographia 47: 318 Meilen). Der B. entspringt bei Thubursicum Numidarum (Iulius Honorius ebd.; anders Ptol. 4,3,18; 6,10) und fließt - meist träge (Sil. 6,140-143) - von Westsüdwest nach Ostsüdost. Rechts fließen ihm der Oued Mellègue, der Oued Tessa und der Oued Siliana zu, links der Oued Bou Heurtma. Südöstl. von Simitthus betritt er die fruchtbaren “Großen Felder”. Bei Thuburbo Minus beginnt das Delta. In der Ant. mündete er bei Utica ins Meer, heute etwa 10 km weiter östlich.

Huß, Werner

[T.W.]Die Beschriftungsreste sind heute nicht mehr gänzlich lesbar. Die ersten drei Buchstaben nach der Abkürzung Fl. scheinen "Bag" zu lauten, der mittlere Teil ist nicht mehr entzifferbar, den Schluss bilden die Buchstaben "da". Mit Sicherheit ist der Fluss Bagradas gemeint, der östlich von Utica ins Meer mündete. Der Flusslauf selbst muss in einem der Kopierschritte vergessen worden sein, so dass nur noch die Beschriftung im Mündungsgebiet übrig geblieben ist.

Kommentar (Köhner):
Wohl als Flumen Bagradas zu rekonstruieren, der längste Fluss im nordöstlichen Afrika (Vgl. HUß, Bagradas, Sp. 403), auf der TP jedoch ohne Flusslauf, nur mit Namen schwarz ins Meer eingetragen. Als Bagrada beim Ravennat belegt (Flumen Bagrada (Geogr. Rav. p. 40.01; Mela 1,34; Lucan 4,587; Plin. nat. 5,3,24), ansonsten Βαγράδας (Βαγράδας ποταμός (Strab. 17,3,13 C 832; Ptol. geogr. 4,3,6. 18. 31. 6,10) und Μακάρας (Μακάρας (Pol. 1,75,5. 86,9; 15,2,8)). Er entspringt bei Thubursicum Numidarum ("Fluvius Bagrada nascitur in Tubursicunumidorum" (Ho. Cosm. 47 A RIESE S. 52), anders bei Ptolemaios, wo er aus dem Mampsaron- beziehungsweise dem Usargala-Gebirge entspringt (vgl. Ptol. geogr. 4,3,18; 6,10)) und mündet bei Utica ins Meer, „rechts fließen ihm der Oued Mellègue, der Oued Tessa und der Oued Siliana zu, links der Oued Bou Heurtma, […] bei Thuburbo Minus beginnt das Delta." (HUß, Bagradas, Sp. 403). Von den bei HUß genannten Nebenflüssen sowie dem Delta ist auf der TP nichts zu sehen. Hinweise auf diese Flüsse geben einzig die Straßenstationen „Armascla Fl.“ und angeblich auch „Ad Arvalla“. Der Flussname Fl. Bagamada ist korrekterweise direkt östlich von Utica eingetragen.

References:

Miller, Itineraria, Sp. 950;

Dessau, Hermann, Bagradas, in: RE II.2 (1896), Sp. 2773 f.

M. Fantar, s.v. B., LIMC 3.1, 1085-1086.

J. Gascou, s.v. Bagrada, EB, 1310-1312.

AAA 18.297; Gascou 1981; EncBerb 9.

Köhner, Nordafrika, S. 176.

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Last Update:

06.03.2025 19:22


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https://www1.ku.de/ggf/ag/tabula_peutingeriana/trefferanzeige_en.php?id=2575 [last accessed on April 4, 2025]

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