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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Sammarobriua (Sammarobriva)

Name (modern):

Amiens

Image:
Toponym before XII     (unnamed/illegible, no. ID 3726)     
Toponym following Setucis     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/109321
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym with Symbol

Grid square:

1A3

Toponym Color:

black

Vignette Type :

A Twin Towers

Itinerary:

Samarabrivas (379,9-10)

Alternative Name (Lexica):

Samarobriva (DNP)

Name A (RE):

Samarobriva

Name B (Barrington Atlas):

Samarobriva Ambianorum (11 C3)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Sammarobriva

Name E (Levi):

Sammarobriva (A,I,17)

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Σαμαροβρίουα (Σαμαροβρίγα) (2,9,8)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
Name is placed above the symbol to the left, rather than directly above, to allow for its length and for the route (linework missing) that goes up to the right (to [ - ? - ]araco).
-> stretch to [ - ? - ]araco
The linework for this stretch is not marked.
Distance figure XXXI is seen best on the 1888 photograph.

Miller, Itineraria, Sp. 76, 68-69, 90:
Sammarobriva, Strecke 7. 31. Der Verbindungsstrich ist einem Pergamentriss entlang sehr verblasst und von allen Herausgebern der Ta übersehen worden.
Sammarobriva, it. (Caes, Pt), Samarabrivas und Ambiani (It), Samarabriva (Col Tongr, 3 Iss), civitas Ambianensium (ng in Belgica II), Ambiani – urbs inter alias eminens Belg. II (Am), Ambianensis spatharia et scutaria – praef. Sarmatarum gentilium inter Remos et Ambianos (ND); episcopus de Ambianis (conc. Aurelianense a. 511); j. Amiens. Wenig Spuren der alten Stadt. Überreste eines Theaters (Douchet in La Picardie XI p. 287 sequ.). Iss: 3487-3526. Museum mit Altertümern. Bis nach Noviomagus 23 l. (34 mp) It.
10 (Zahl nicht mehr vorhanden auf der Col Tongr). In Longneau bei Amiens wurde 1 Meilenstein gefunden: c[ivitas] Amb[ianorum] a S[amarobriva] l[euga] 1. I: 9032.
Sammarobriva, Strecke 7; j. Amiens. -, 25 (It); die Entfernung fehlt in der Ta. Dazwischen Curmiliaca 12; j. Cormeilles; von da bis Cas. 13.

Datierung (Barrington):
Samarobriva Ambianorum - Hellenistic/ Roman/ Late Antique (TIR Lutetia 29-31; Bayard 1983)

DNP:
Samarobriva
Hauptort der civitas der Ambiani, spätant. Ambianis, h. Amiens (Dépt. Somme) an einem Übergang (-briva) über den Samara (Caes. Gall. 5,24,1; 47,2; 53,3; Cic. fam. 7,11,2; 12,1,16; Tab. Peut. 2,3; CIL XIII 3490; Notae Tironianae 73 Zangenmeister; Honorius, Cosmographia 36 B1 Riese; anders Ptol. 2,9,4: Σαμαρόβριγα; ILS 5839; Itin. Anton. 379,9 f.; 380,1: Samarabriva). Eine kelt. Vorgängersiedlung konnte nicht nachgewiesen werden [1]. Bes. verkehrsgeogr. Kriterien führten zur Entstehung der römerzeitlichen Stadt S. Die von Agrippa [1] 20/19 v. Chr. (vgl. Strab. 4,6,11) angelegte Hauptverkehrsroute von Süd-Gallia nach Britannia über Durocortorum (Reims), Suessonas (Soisson), Noviomagus [4] und S./Ambianis (Amiens) nach Gesoriacum (Boulogne-sur-mer) überquerte bei S. den Samara (Tab. Peut. 2,3; Itin. Anton. 362 f.; CIL XIII 9032; ILS 5839) und band auf der Nordseite des Flusses weitere Straßen an sich (vgl. Itin. Anton. 379,9; 380,1-6; Tab. Peut. l.c.).
Im 1. Jahrzehnt n. Chr. verlor S. den mil. Charakter; es entstand eine Zivilsiedlung nach orthogonalem Stadtplan. Unter Nero (54-68 n. Chr.) hatte S. seine größte Ausdehnung (160 ha) und wurde in der Folgezeit großzügig ausgestaltet. Auch Brandkatastrophen (80/95 und 160/180) taten der Prosperität keinen Abbruch.
Nach ersten Holzbauten in tiberischer Zeit entstand ein “Proto-Forum”, dem (60/80 n. Chr.) ein wirkliches Forum mit einem 120 m langen Platz folgte, das nach dem zweiten Stadtbrand noch prächtiger dreigliedrig wiederaufgebaut wurde: ein macellum im Osten, ein zentrales Verwaltungsgebäude (Basilika), ein Tempel im Westen; daran anschließend das Amphitheater und eine Thermenanlage im Süden (Rue de Beauvais) sind ab ca. 100 n. Chr. nachweisbar. Die allg. Prosperität setzte sich bis in severische Zeit (ca. 193-235) fort. Um so frappierender ist, daß das spätant. trapezförmige castrum (nach 278 n. Chr.), das die zentralen Bereiche (Forum, Amphitheater) einband, nur mehr ein Areal von 20 ha umfaßte. Ein derart außergewöhnlicher Bevölkerungsschwund ist nur z. T. auf die Barbareneinfälle von 250/260 und 275 oder einen Stadtbrand Mitte des 3. Jh. zurückzuführen, sondern hat tieferliegende regionale, soziale und ökonomische Ursachen (Konflikte: Armee/ Senatorenklasse, Stadt/Land; Finanzkrise).
Trotzdem hatte S., im 4. Jh. nach der civitas (Ambiani) benannt, noch einige Bed. (Notitia Galliarum 6; Amm. 15,11,10). Tuchherstellung (sagum) und eine kaiserliche Waffenfabrik sind bezeugt (Not. dign. occ. 9,39). Magnentius errichtete um 350 eine Münzstätte. Valentinianus war 367/8 in Ambianis und ernannte hier seinen Sohn Gratianus zum Augustus (Amm. 27,8,1; Cod. Theod. 8,14; Hier. chron. zum J. 367). 409 wurde S. von den Franci zerstört (Hier. epist. 123,15).
Schön, Franz

RE:
Samarobriva
RE Keune I A,2 2110–2117 — Samarobriva. Samarobriva, wie die weitaus überwiegende überlieferte Schreibung lautet, oder Samarabriva, wie u. a. auch eine Steinurkunde schreibt, war der älteste Name der Stadt des gallischen Volksstammes der Ambiani, Hauptort der römischen Volksgemeinde, der civitas Ambianorum, mit deren Namen seit spätrömischer Zeit die Stadt benannt wurde; heute Amiens. Der Name ist keltisch und setzt sich zusammen aus der alten Benennung der Somme, Samara, und briva, d. h. Brücke oder Furt. Samarabriva ist auf der Itinerarsäule von Tongern CIL XIII 9158 und im Itin. Ant. 379, 9–10 sowie 380, 1 bezeugt; daneben überwiegt sonst die Form Samarobriva. Caesar nennt den Ort bell. Gall. V 24, 1; 47, 2; 53, 3, Cicero ad fam. VII 11, 2; 12, 1; 16, 3. Ptolem. II 9, 4 nennt Samarobriva als Stadt der Ambiani. Die Tab. Peut. II 3 bietet Sammarobriva. Nach Caesars Zeugnis wurde hier 54 v. Chr. eine Versammlung der Gallier abgehalten; im Winter 54/53 wurde Samarobriva dem Crassus mit einer Legion unterstellt, weil hier Hauptdepot und Archiv des römischen Heeres lagen; Caesar selbst bezog mit drei Legionen Winterlager in der Umgebung. Auch Ciceros Freund Trebatius hielt sich damals in Samarobriva auf. In spätrömischer Zeit wurde der ältere Stadtname durch den Volksnamen verdrängt: civitas Ambianensium bzw. Ambiani; daraus entwickelte sich Amiens. Die Tironischen Noten nennen Ambianus, Samarobri(v)a. Besonders wichtig ist die Darstellung in der Tab. Peut.: Samarobriva ist als Doppelhaus oder Doppelturm mit Zinnenkranz gezeichnet; vier Straßen laufen von der Stadt aus: 1) nach Augusta Suessionum/Soissons, 2) nach Caesaromagus/Beauvais, 3) nach Tarvanna bzw. Tervanna/Thérouanne und 4) nach Castellum Menapiorum/Cassel und weiter nach Bononia/Boulogne-sur-Mer. Itin. Ant. 379, 9–10 verzeichnet außerdem die Verbindung von Nemetacum/Arras nach Samarobriva; Itin. Ant. 380 den Weg Amiens–Soissons. Die Tongerer Säule enthält ebenfalls den Reiseweg Reims–Soissons–Amiens. Itin. Ant. 362, 4 nennt unter der jüngeren Namensform Ambianis den Weg von Soissons über Amiens nach Boulogne-sur-Mer. Eine im frühen 4. Jh. errichtete Meilensäule wurde bei Longueau, eine Leuge von Amiens, gefunden. Die Straße von Lugdunum durch das Gebiet der Bellovaci und Ambiani zum Meer war nach Strabon von Agrippa 20/19 v. Chr. angelegt worden. Das Preisedikt Diocletians bezeugt die Tuchproduktion von Amiens; seit der Mitte des 4. Jh. war die Stadt zeitweise Münzstätte. Not. dign. occ. IX 39 nennt eine staatliche Waffenfabrik, Ambianensis spatharia et scutaria. Ammianus bezeugt den Aufenthalt Valentinians in Amiens; 367 wurde dort Gratianus zum Augustus erhoben. Die zahlreichen Soldatengrabsteine zeigen Amiens außerdem als Durchgangsstelle des Truppenverkehrs nach Britannien; ein britischer Bleibarren belegt Handelsverkehr über den Kanal. Von oberirdischen römischen Bauwerken war zur Zeit des RE-Artikels nichts erhalten; literarisch werden Tempel des Iuppiter und Mercurius, Theater bzw. Amphitheater und ein praetorium genannt. Inschriften, Bildwerke und weitere Funde sind im CIL XIII und bei Espérandieu zusammengestellt. [Keune.]


"TP-Online-ID: 3036 — Sammarobriua (Sammarobriva)

Desjardins S. 14.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Sammarobriua; normalisierte Form: SAMARABRIVA [AMBIANORUM].

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Belgica II. Typ: Oppid. et civit.; carrefour de cinq routes. Route/Abschnitt: XI. de Tervanna, Thérouanne, à Sammarobriua, Amiens.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 379,9–10; 380,1; 362,4; CIL XVII.2 675 (= CIL XIII 9158): SAMARABRIVA; Caes. Gall. 5,24; 5,47; Cic. Fam. 7,11; 7,12; 7,16; Ptol. Geogr. 2,9: Samarobriva der Ambiani, moderne Untergliederung noch zu sichern; Not. Gall. 6,11: civitas Ambianensium; Not. Dign. Occ. 9,39: Ambianensis spatharia et scutaria; Not. Dign. Occ. 42: Sarmatae zwischen Remos und Ambianos; Amm. Marc. 15,11,10; 27,8,1; Ps.-Aethicus, Cosmogr.: Amambriam; Cod. Theod.: Ambianis, Gesetzesstelle noch zu sichern; Greg. Tur. Hist. 1,17; mehrere Ambiani-Inschriften, moderne Corpuskonkordanzen noch nicht vollständig gesichert; mittelalterliche und numismatische Belege.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Amiens.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins kombiniert TP, Itinerarium und Tongerer Meilenstein und rekonstruiert insgesamt sieben Straßen von Samarabriva. Mittelalterliche Formen nach Valois, S. 15–16. Zur porta Clypeana d’Anville, Notice, S. 574.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78–79): In der systematischen Einzelprüfung der Belgica führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.

Bearbeitungshinweis: Unsichere moderne Einzelkonkordanzen bewusst nicht erfunden."

References:

Desjardins, Table, p. 14, col. 2-3, no. 2.

Miller, Itineraria, Sp. 76, 68-69, 90.

Keune, Johann Baptist, Samarobriva, in: RE I/A,2 (1920), Sp. 2110-2117.

N. Buchez, D. Gemehl, Amiens, Découvertes récentes, in: Archeologia 333, 1997, 48-55.

E. Binet, Le site du “Palais du Sport” à Amiens, in: Revue du Nord 78, 1996, 83-96.

D. Bayard et al., Architecture et urbanisme en Gaule romaine, 1988, 52 f.
Ders., J. Massy, Amiens romain: S. Ambianorum, 1983.

Dies., Le développement d`Amiens romain ..., in: Rev. archéologique de Picardie, 1984, 89-112.

E. Frézouls, Les villes antiques de la France, Bd. 1.1, 1982, 7-106.

[T.W.] S(amarobriva) (CIL 17,2, 508 = CIL 13, 9032)
Samarabriva (CIL 17,2, 675 = CIL 13, 9158)

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

25.08.2026 13:09


Cite this page:
https://www1.ku.de/ggf/ag/tabula_peutingeriana/trefferanzeige_en.php?id=3036 [last accessed on August 26, 2026]

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