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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

[Fl. Anio]

Name (modern):

Aniene

Bild:
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Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

4B5

Farbe des Toponyms:

ohne Farbe

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Anio (DNP)

RE:

Anio

Barrington Atlas:

Anio fl. (43 C2 / 44 C2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

[Fl` Anio]

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

[fluvius] Anio navigabilis includit Latium (3,54), Anio in monte Trebanorum ortus (3,109)

Strabo:

Ἀνίων (5,3,11)

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Circa Anienem flumen (Liv. 6,42,5 = Claudius Quadrigarius FRH 14 F 10a = F 10a Peter)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Römische Republik

Begründung zur Datierung:

Erste literarische Erwähnung laut Livius bei Claudius Quadrigarius.

Kommentar zum Toponym:

Anio (II 117)
Bellatum cum Gallis eo anno circa Anienem flumen auctor est Claudius inclitamque in ponte pugnam.
Claudius überliefert, dass in diesem Jahr in der Nähe des Anio mit den Galliern gekämpft wurde und dass (bei dieser Gelegenheit) die berühmte Schlacht auf der Brücke stattfand.
Circa Anienem flumen (Liv. 6,42,5 = Claudius Quadrigarius FRH 14 F 10a = F 10° Peter)

Datierung
Der Ort ist laut Livius frühestens bei Claudius Quadrigarius belegt, sein Eintrag auf der Karte damit republikanisch zu datieren.

Plin 3,54
Der Tiber hat 42 Nebenflüsse unter des Clanis von Arretium. Von denen sind der Nar und der Anio die bedeutendsten, letzterer, auch selbst schiffbar, schließt Latium von rückwärts ein.
[fluvius] Anio navigabilis includit Latium a tergo

Link zum Quellgebirge:
[Mons N.N. 15c ID 3526]

Der Fluss mündet in den [Fl. Tiberis]

3,109:
at ex alia parte Anio, in monte Trebanorum ortus, lacus tres amoenitate nobiles, qui nomen dedere Sublaqueo, defert in Tiberim.

Kommentar (Talbert):
There is sufficient space to place a name at the river`s source, but none appears there.

Miller, Itineraria, Sp. 385:
[Fl` Anio], rechter Nebenfluß des Tibers, Anion (St, Hor, Liv, Silv, Pl u.a.), früher Anien; gezeichnet, aber ohne Namen. Er entspringt auf dem Hernikergebirge (Pl), hat bei Tibur berühmte Wasserfälle und mündet 3 mp nördlich von Rom; j. Teverone oder Aniene. // Anio fl. (43 C2)

Datierung (Barrington):
Anio fl. – ? (Quilici Gigli 1986; NPauly)

DNP:
Anio
Linker Nebenfluß des Tiberis, Grenze zw. Sabinum und Latium; entspringt am Südhang der Sim- bru(v)ini colles (Simbru(v)inus) im Gebiet der Aequi, tritt bei den Wasserfällen von Trevi (Treba) mit engen und tiefen Schluchten in die Ebene aus. An den 3 Simbru(v)ini colles staut er sich - bei Sublaqueum, Varia (h. Vicovaro) und Tibur, wo er 100 m tief in die Ebene hinabstürzt. Von hier an schiffbar (Strab. 5,3,11; Plin. nat. 3,54 - Ausfuhr von Travertin = lapis Tiburtinus, Tuff, Rotsandstein). Vor Villa Adriana wird der A. vom pons Lucanus der via Tiburtina überquert, verläuft dann südl. von Collatia und wird bei Rom von den Brücken der via Tiburtina, der via Nomentana und der via Salaria überquert. Unterhalb von Antemnae mündet er in den Tiberis. Er gibt 2 Wasserleitungen den Namen: A. vetus (272 v. Chr.) und A. novus (38 n. Chr. begonnen); der A. speist auch die aqua Claudia und die aqua Marcia. Am Oberlauf wird er von der via Sublacensis begleitet, am Unterlauf von der via Valeria.
Uggeri, Giovanni (Florenz)

RE:
Anio (alter Nom. Anien; in den Casus obliqui meist Anienis, -eni; poetische Nebenform Anienus, Nom. bei Stat. silv. I 3, 70; Voc. Aniene Prop. IV 7, 86. Stat. silv. I 3,2; vgl. Georges Lexikon der lat. Wortformen S. 49; die Griechen haben [gr. Anien, -enos, Anienos, Anies, etos, Anios, Annion], Nebenfluss des Tiber in Latium, entspringt im Sabinergebirge, 95 km von Rom, 1100 m. ü. M., am Monte Cantaro, unweit Filettino (in monte Trebanorum Plin. n.h. III 109; supra Trebam Augustam Front. de aqu. 93; irrtümlich bringt Strabon V 235 seine Quellen mit dem Lacus Fucinus in Verbindung). Er drängt sich in wildem Laufe westlich bis Subiaco, wo er in ältester Zeit einen See oder eine Reihe von Seen gebildet zu haben scheint (daher der Name der Ansiedelung Sublaqueum), die in der Kaiserzeit durch künstliche Dammbauten wiederhergestellt wurden. Bei Roviano wendet er scharf nach Südwesten, empfängt bald darauf von rechts den Bach Digentia (Licenza) und bildet bei Tivoli die berühmten Cascaden: sein Niveau vor Tibur beträgt 243, am Fusse der Stadt nur noch 47 m. Im Altertum scheinen sich die Wassermassen unmittelbar unterhalb der Stadt und des sogen. Tempio della Sibilla, ergossen zu haben: der Fälle gedenken u.a. Strab. V 238. Dion. Hal. V 37. Horat. carm. I 7,13. Propert. III 16,4. Stat. silv. I 3, 73. 5,25. Bei Hochwasser richtete der A. häufig Schaden an, so dass im Mittelalter und neuerer Zeit oft Vorkehrungen dagegen durch teilweise Ableitung u.s.w. getroffen wurden. Die furchtbare Flut von 1826 gab dann Veranlassung zu gründlicher Abhülfe durch Anlegung des "Traforo Gregoriano", welcher die größeren Hälfte des A. oberhalb der Stadt durch einen in den Monte Catillo gebrochenen doppelten Stollen abführt, und dadurch den antiken Lauf des Flusses gründlich verändert hat (vgl. darüber Fea Considerazioni storiche fisiche idrauliche etc., Rom 1827, mit guten Plänen usw. Massimo Relazione del traforo del monte Catillo, ROm 1838. Sante Viola Cronaca delle vicende del fiume Aniene, Roma 1835f.). Von dem praeceps Anio des Horaz geben, mehr als der jetzige Zustand, die älteren Veduten (besonders Piranesi ca. 1760 und Rossini ca. 1820) eine Vorstellung. Unterhalb von Tibur wurde nach Strab. V 235. 238. Plin. III 54 der A. schiffbar; zum Transport von Baumaterial ist er auch (z.B. im 16. Jhdt. fü St. Peter) vorübergehend benützt worden. Die kalkigen Ablagerungen des A. bilden in der Eben unterhalb Tivoli den trefflichen lapis Tiburtinus (Travertin). Der A. mündet nach einem Laufe von 118 km. bei Antemnae in den Tiber. Sein Flussgebiet umfasst 1426 km²., der geringste Abfluss wird auf 20, der höchste auf 480 kbm. pro Secunde angegeben. Vgl. über den An. Lanciani Acque 138ff. Nissen Ital. Landeskunde 314. [Hülsen]

Nissen I 314:
Der Anio Aniene oder Teverone ist ein 118km langer lebhafter Gebirgsstrom, dessen kühles klares Wasser von den Alten mit gutem Grund gepriesen und in zwei künstlichen Leitungen nach Rom geführt wurde (Verg. Aen. VII 683, Stat. Silv. IV 4, 17 Frontin de Aquaed. 15. 90 fg. Dion. Hal. V 37 [Text]). Er entspringt oberhalb der Stadt Treba Trevi an den Bergen, welche das Fuciner Becken im W einfassen unweit der Quellen des Liris und Turano. Er fliesst nach NW an Sublaqueum Subiaco mit seinen längst verschwundenen Teichen, die ihm den Namen gaben, vorbei und wendet sich dann im Bogen nach SW der Ebene zu. Sein Niveau vor Tibur Tivoli misst 233 m ü. M., am Fuss des Stadthügels 47m: in prächtigen Fällen stürzt er aus den bergen in das Flachland hinab, wo er die Grenze zwischen Latium und der Sabina darstellt. Die Alten nennen den Anio schiffbar (Strabo V 238. 235 Plin. III 54). Freilich bilden die Katarakten von Tivoli eine unüberwindliche Schranke, und ob der Oberlauf bis hierher je reguliert gewesen ist, kann fraglich erscheinen. Dagegen gewährt das unter Stück für die römische Baukunst wichtige Vorteile, die Strabo mit den Worten hervorhebt:
"von Tibur durchströmt der Fluss eine fruchtbare Ebene an den Brüchen des Tiburtiner und Gabiner oder roten Steins vorbei, so dass die Ausfuhr aus den Brüchen und der Transport äußerst leicht von statten geht und die meisten römischen Bauten mit diesem Material hergestellt werden."
Noch im 16. Jhdt. wurden nach vorgängiger Reinigung des Bettes die Travertinquadern für die Peterskirche auf diesem Wege angeschafft. Das Gebiet des Anio umfasst 1426 km² (26²M): sein geringster Abfluss wird auf 20, sein höchster auf 480 Cubkmeter in der Secunde angegeben.

Luciano Bosio:
Affluente di sinistra del Tevere privo di idronimo (Fiume Aniene) TabPeut, IV, 5-V, 1 Il secondo affluente di sinistra del Tevere ha una lunghezza assai maggiore del precedente e un corso più articolato. Nasce dalla catena appenninica a destra della vignetta “a due torri” Tibori e incrocia il tratto stradale compreso tra la citata vignetta e la mansio di Variae; quindi, volgendo decisamente verso sinistra (occidente tenendo conto dell’orientamento della Tabula) e in parallelo al disegno degli Appennini, incrocia la via Nomentana e prosegue oltre la stazione di Fidenis sulla via Salaria; di qui con una ampia ansa piega a meridione (nella Carta), confluendo nel Tevere all’altezza di Ad Ponte Iulii, tre miglia alla sinistra del tondo di Roma (Figg. 48-49). Non è segnato l’idronimo, ma il suo corso, che tocca Tibori (Tivoli), e il suo punto di confluenza permettono di riconoscere nel fiume l’attuale Aniene o Teverone, l’antico Anio, che nasce dal versante meridionale del Tarino nei monti Simbruini, tocca Subiaco e quindi Tivoli, dove forma le ben note cascate e infine finisce nel Tevere a monte di Roma, dopo un percorso di 99 chilometri953. Dopo il Tiberis, l’Anio è uno dei fiumi che ricorrono più frequentemente nelle memorie degli antichi, soprattutto perché il suo corso per molto tempo rappresentò una linea di difesa contro incursioni provenienti da settentrione954, tanto che il territorio al di là del fiume era chiamato trans Anienem955. La sua notorietà era dovuta anche alla presenza sulle sue due rive di numerose cave di pietra (lapis tiburtinus), che fornivano a Roma il materiale da costruzione956, e alle aquae albulae, cioè alle sorgenti di acque sulfuree957, che venivano largamente usate per scopi terapeutici958 e che sono ricordate anche dalla Tabula con la posta stradale Ad Aquas Albulas sulla via Tyburtina prima di Tibori959. Vi erano poi anche le famose e ricordate cascate di Tivoli a richiamare l’attenzione degli Antichi su questo fiume960, che trova citazioni anche in Virgilio, Orazio e Properzio961. A questo si devono aggiungere gli importanti tracciati delle vie Tyburtina e, in prosecuzione, Valeria, che si accompagnavano per un buon tratto al corso dell’Aniene, dando così ancora più rilievo al fiume962. Naturale è pertanto il suo ricordo nella Tabula, che offre una adeguata rappresentazione del corso dell’Aniene da Tivoli al suo sbocco nel Tevere, mentre la posta stradale di Sublacio (Subiaco), che il fiume dovrebbe toccare, è segnata nella Carta molto lontana dalla sorgente dell’Aniene963.

Linker Nebenfluss des Tiber ohne Namen (Fluss Aniene) TabPeut, IV, 5-V, 1 Der zweite linke Nebenfluss des Tiber ist wesentlich länger als der vorherige und hat einen komplexeren Verlauf. Er entspringt in der Apenninenkette rechts von der Vignette „mit zwei Türmen” Tibori und kreuzt den Straßenabschnitt zwischen der genannten Vignette und der Mansio von Variae; dann biegt er deutlich nach links ab (nach Westen, unter Berücksichtigung der Ausrichtung der Tabula) und kreuzt parallel zum Verlauf der Apenninen die Via Nomentana und fließt weiter über den Bahnhof von Fidenis auf der Via Salaria; Von hier aus biegt er in einer weiten Kurve nach Süden ab (auf der Karte) und mündet in Höhe von Ad Ponte Iulii, drei Meilen links vom Kreis von Rom, in den Tiber (Abb. 48-49). Der Name des Flusses ist nicht angegeben, aber sein Verlauf, der Tibori (Tivoli) berührt, und seine Mündung lassen erkennen, dass es sich bei dem Fluss um den heutigen Aniene oder Teverone handelt, den antiken Anio, der am Südhang des Tarino in den Simbruini-Bergen entspringt, Subiaco und dann Tivoli berührt, wo er die bekannten Wasserfälle bildet, und schließlich nach einer Strecke von 99 Kilometern oberhalb von Rom in den Tiber mündet953. Nach dem Tiberis ist der Anio einer der Flüsse, die in den Erinnerungen der Alten am häufigsten vorkommen, vor allem weil sein Lauf lange Zeit eine Verteidigungslinie gegen Überfälle aus dem Norden darstellte954, so dass das Gebiet jenseits des Flusses trans Anienem955 genannt wurde. Seine Bekanntheit verdankte er auch den zahlreichen Steinbrüchen (lapis tiburtinus) an seinen beiden Ufern, die Rom mit Baumaterial versorgten956, sowie den aquae albulae, d. h. den Schwefelquellen957, die in großem Umfang zu therapeutischen Zwecken genutzt wurden958 und an die auch die Tabula mit der Straßenpost Ad Aquas Albulas auf der Via Tyburtina vor Tibori959 erinnert. Außerdem gab es die berühmten und unvergessenen Wasserfälle von Tivoli, die die Aufmerksamkeit der Alten auf diesen Fluss lenkten960, der auch bei Vergil, Horaz und Properz erwähnt wird961. Hinzu kommen die wichtigen Straßen Tyburtina und Valeria, die über einen langen Abschnitt parallel zum Aniene verliefen und dem Fluss somit noch mehr Bedeutung verliehen962. Es ist daher nur natürlich, dass er in der Tabula erwähnt wird, die eine angemessene Darstellung des Verlaufs des Aniene von Tivoli bis zu seiner Mündung in den Tiber bietet, während die Poststation von Sublacio (Subiaco), die der Fluss erreichen sollte, auf der Karte weit entfernt von der Quelle des Aniene eingezeichnet ist963.

Literatur:

[1] Bosio/Rosda

[2] Desjardins, Table, p. 82, col. 3, no. 19;

[3] Hülsen, Christian, Anio, in: RE I.2 (1894), Sp. 2211-2212.

[4] Miller, Itineraria, Sp. 385;

[5] Nissen I 314;

[6] Uggeri, Giovanni, Anio, in: DNP 1 (1996), 704-705.

_________________________________
Weiss, Ingeborg, Italienbücher, S. 115;

Il Tevere e le altre vie d`acqua del Lazio antico, 1986

A. M. Liberati Silverio, Il trionfo dell`acqua, in: Atti del Convegno “Gli Antichi Acquedotti di Roma”, 1992, 83 ff.

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Letzte Bearbeitung:

21.11.2025 10:01


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https://www1.ku.de/ggf/ag/tabula_peutingeriana/einzelanzeige.php?id=2611 [zuletzt aufgerufen am 01.01.2026]

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