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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Hormucopto

Name (modern):

Kuft (Miller) / Qift (Barrington)

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher Cenoboscio     Phenice     
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753)
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/786010
Großraum:

Ägypten/Nil/Äthiopien

Toponym Typus:

Ortsname ohne Symbol

Planquadrat:

8C2

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

Hermunti (159,3), Copton (165,6)

Inschriften (EDCS-ID): III 6628. 6629. 13580. 14147, 5      
Alternativer Name (Lexika):

Coptos, Koptos (DNP), Thebai, Thebe; Hermonthis, Armant

RE:

Koptos, Hermonthis

Barrington Atlas:

Coptos (80 B1)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Hormucopto

Levi:

 

Ravennat:

Corton (p. 35.56)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

ητρόπολις Ἑρμονθίς (4, 5, 70), μητρόπολις Κοπτὸς πόλις (4,5,73)

Plinius:

Coptus (6, 102)

Strabo:

Κοπτὸς (17, 1, 45 [815]), Ἑρμονθὶς πόλις (Strab. 17, 1, 47 [817])

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Koptos

Datierung des Toponyms auf der TP:

frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier)

Begründung zur Datierung:

Der Eintrag auf der Tabula Peutingeriana ist in die Kaiserzeit zu datieren, da in dieser Zeit die Strecke Koptos - Berenike enorm an Bedeutung gewann, wohingegen Apollonopolis magna (Edfu) als Ausgangspunkt für die Routen zum Roten Meer eine geringere Rolle spielte.

Kommentar zum Toponym:

Nach Miller (ItMiller 860 s.v. Hormucopto; 868 s.v. Hormu) hat der Kartenzeichner an dieser Stelle auf der Tabula Peutingeriana zwei Orte in einem Toponym zusammengefasst: Koptos und Hormu, wobei Hormu Miller zufolge wohl den in griechischen und lateinischen Texten seit der Ptolemäerzeit vielfach bezeugten Ort, knapp 60 km südlich von Koptos gelegenen Ort Hermonthis meint (vgl. Strab. 17, 1, 47 [817]; Ptol. 4, 5, 70: μητρόπολις Ἑρμονθίς; It Ant. 160, 1: Hermunti).

1) Koptos
Die ältesten Spuren einer Besiedlung des späteren Koptos weisen in die prädynastische Zeit Ägypten, wobei für die dortigen Monumentalstatuen des Gottes Min in die Zeit um ca. 3300 v.Chr. datiert werden (Naqada II-III; vgl. Baqué-Manzano, Further Arguments on the Coptos Colossi, 40) den Übergang von Phase II zu Phase III der Naqada-Kultur. Weitaus präziser archäologisch zu fassen ist jedoch die griechisch-römische Zeit mit der Ptolemäerherrschaft und der römischen Kaiserzeit. Mit der Errichtung des Hathor-Tempels in Koptos vor allem unter Augustus und Claudius setzte in der frühen Kaiserzeit eine intensive Bautätigkeit (Tempel für Isis, Min und Harpokrates) ein. Dementsprechend umfangreich ist für diese Zeitspanne die papyrologische Evidenz. Koptos ist Ausgangspunkt der wichtigen Handelsrouten vom Nil zu den großen Hafenplätzen am Roten Meer, wohingegen etwa der im zweiten vorchristlichen Jahrtausend genutzte, etwa 350 km nördlich von Berenike gelegene Hafenplatz Mersa Gauasis (vgl. Tallet, Les „ports intermittents“, 33-36; Bard/Fattovich, Seafaring Expeditions) an Bedeutung verliert. Koptos liegt an der großen Nilschleife, also weiter im Osten als andere größere Städte in Ägypten. Der Ort lag also an der Stelle des Nils, an der der Fluss dem Roten Meer am nächsten kam; ebenso begünstigend für die Etablierung des Ortes als wichtiger Warenumschlagplatz im überregionalen Handelsbeziehungen war die Lage am westlichen Ausgang des Wadi Qena und des Wadi Hammamat. Die Route Koptos - Berenike konnte in 12 Tagen bewältigt werden. Dieser kürzere Überlandtransport verhalf Koptos zu seiner großen Bedeutung im antiken Süd- und Osthandel.
In römischer Zeit wurde hier also ein alter Kult wiederaufgenommen. Bis in die Spätantike ist Coptus Stationierungsort einer militärischen Einheit, wie z.B. für die Zeit um 400 n.Chr. durch die Notitia Dignitatis bezeugt (Notit. Dign. Orien. 31, 26: Equites sagittarii indigenae, Copto; 36: Legio prima Valentiniana, Copto). Daher bezeichnet Strabo den Ort auch als ἐμπόριον (Strab. 17, 1, 45 [815]); ebenfalls an dieser Stelle verweist er auf die zu seiner Zeit für die Reisenden erleichterten Reisebedingungen auf der Route von Koptos nach Berenike durch die mit Brunnen (ὑδρεῖα) ausgestatteten Raststationen, so dass man das Wassser nicht selbst mitführen müsse. Diese verkehrstechnische und wirtschaftliche Bedeutung von Koptos lässt auch die auf der Tabula Peutingeriana eingezeichnete Route nach Berenike erkennen. Allerdings ist Koptos auf der Karte (scheinbar) scheinbar weit in der ägyptischen Westwüste platziert. Diese Lokalisierung entspricht nicht der Realgeographie, denn der Ort liegt auf der Ostseite des Nils und war mit dem Fluss durch einen Kanal verbunden (Strab 16, 4, 24 [781]: διῶρυξ τοῦ Νέιλου; vgl. auch 17, 1, 44 [815]). Dass Koptos über einen Hafen am Nil verfügte (siehe unten), galt vielleicht als selbstverständlich, denn es ist auffällig, dass diese künstliche Wasserstraße und der Schiffsverkehr von und nach Koptos in der antiken Überlieferung schwach bezeugt sind. Fakt ist jedoch, dass die Gaumetropole der Thebais ihre wirtschaftliche Bedeutung auch ihrer Funktion als Umschlagplatz im Süd- und Osthandel zu verdanken hatte, ein Flusshafen also unverzichtbar war. Ein entsprechendes Dokument liegt mit SB 18/13167 (r II 1-8) vor (2.Jh.), dem sogenannten Muziris Papyrus (Harrauer / Sijpesteijn, Ein neues Dokument, 61; Ruffing, Einige Überlegungen zu Koptos, 18f. mit Anm. 6; Rathbone, Koptos the Emporion, 182; Morelli, Dal Mar Rosso ad Alessandria, 199-233). Naheliegend ist, dass diese Strecke einer kaiserzeitlichen Überarbeitung der Karte zuzuordnen ist.
Die angegebenen Entfernungen zwischen den einzelnen Stationen und auch die Namen und die Anzahl der Raststationen entsprechen mit geringer Abweichung von oft nur einer Meile den Angaben des Itinerarium Antonini. Die hohe Relevanz von Koptos im römischen Osthandel wird gelegentlich auch mit dem dortigen Hafen in Verbindung gebracht und das Namenselement Hormu (abgeleitet von ὅρμος „Hafen, Anlegestelle“) in dem Toponym Hormucoptos als Verweis auf den Warentransport nilabwärts per Schiff nach Alexandria gewertet. Weitere Schriftzeugnisse für derartige explizite Hinweise auf den Hafen von Koptos sind aber nicht bekannt; vgl. aber mrjt Gbtjw als Bezeichnung für den Hafen von Koptos im Papyrus Harris I 77, 12-13 (Erichsen, Papyrus Harris I, 94-95; Daniel Šichan, Harbours in ancient Egypt, 2011, 83. 84. 101). Der - allerdings sehr magere - archäologische Befund spricht für einen einen vom Nil gespeisten Kanal mit einem Hafenbecken (vgl. zuletzt Pantalacci, The Harbour[s] of Coptos, 401-416). Diese Problematik dürfte den klimatischen und geographischen Gegebenheiten geschuldet sein: „Nile harbours were mostly workaday facilities, which are unlikely to have been substantially preserved in the archaeological record“ (Khalil, Where did Nile harbours go, 142). Ähnlich wie z.B. bei Theben liegt der Anlegeplatz der Stadt in gewissem Abstand zum Nil am Rand des Niltals und Koptos selbst in noch größerer Entfernung (ca. 3 km, gemessen am heutigen Flussbett des Nil), um vor der jährlichen Nilschwemme geschützt zu sein (Ghilardi et al., Nile river Evolution in Upper Egypt, § 6 mit Fig. 4. 19-25 mit Fig. 8).
Die von Hormucopto aus ins Leere führende Straße ist meines Erachtens der erste Abschnitt der von Koptos über Hermonthis am westlichen Nilfer entlanglaufenden und von Krokodilopolis (Terkythis) abzweigenden Route in die westlich des Nils gelegenen, wirtschaftlich und militärisch-strategisch wichtigen Oasen (Ὄασις μεγάλη und Ὄασις μίκρα, vgl. z.B. Ptol. 4, 5, 38): Insbesondere die Große Oase war ein Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten, die das mittlere Niltal mit der westlichen Sahara, Libyen und der Kyrenaika verbanden und im Fall der Ὄασις μεγάλη als Stationierungsort einer römischen Militäreinheit (Notit. dign. Or. 31, 41: Ala prima Abasgorum, Hibeos - Oaseos maioris; 55: Ala prima Abasgorum, Oasi Maiore). Die Region Coptus selbst blieb bis in die Spätantike Stationierungsort römischer Soldatenen, wie etwa für die Zeit um 400 n.Chr. durch die Notitia Dignitatis bezeugt ist (Notit. Dign. Orien. 31, 26: Equites sagittarii indigenae, Copto; 36: Legio prima Valentiniana, Copto). Bei diesen Militäreinheiten handelte es sich um Auxiliartruppen, wie z.B. die Mitte des 2. Jh. n.Chr. dort bezeugte Ala Augusta Vocontiorum (berittene Einheit), die Ala Herculiana und Einheiten der Cohors I Augusta Lusitanorum. Garnisoniert waren die Truppen in Contra Coptos auf dem westlichen Nilufer. Ihre Aufgabe war die Sicherung des Nilübergangs und der wichtigen Handelsouten zu den Rotmeerhäfen (z.B. Berenike); vgl. IGRR I 1184 (= SB I 4280): möglicherweise ist mit dem bereits im frühen 1.Jh. n.Chr. bezeugten castrum in Coptos der Stationierungsort Contra Coptos gemeint (CIL 3, 6627 + 14, 147 = ILS 2483).

2) Hermonthis
Hermonthis (Armant) ist offenbar von Koptos (bzw. Contra Coptos auf dem Westufer des Nils) aus gesehen eine der nächsten Stationen an der Strecke Herasicamina (Hiera Sykaminos) - Koptos (vgl. z.B. Strab. 17, 1, 47 [817]: Ἑρμονθὶς πόλις; Ptol. 4, 5, 70: μητρόπολις Ἑρμονθίς; It Ant. 159, 3: Contra Copto; 160, 1: Hermunti; 165, 6: Copton); Steph. Byz.: Ἕρμωνθις, πόλις Αἰγύπτου. - In der Kaiserzeit fungierte Hermonthis wieder Hauptort des vierten oberägyptischen Gaus und wurde in koptischer Zeit Bischofssitz. Der Ort war auch unter dem Toponym Heliopolis bekannt (nicht zu verwechseln mit Heliopolis an der Südpitze des Nildeltas, heute an der Peripherie Kairos gelegen). Dass der Kopist Koptos mit Hermonthis, der folgenden Station an dieser Straße, zu einem einzigen Toponym zusammengefasst hat, dürfte am ehesten in die Kaiserzeit zu datieren sein, als die Route von Koptos nach Berenike enorm an Bedeutung gewonnen hatte. Hermonthis liegt 20 km südlich von Theben-West. Dort wurde Buchis, eine Manifestation des thebanischen Gottes Month, als der heilige Stier von Armant verehrt. Darauf zurückzuführen ist der altägyptische Name jwnw mntw „Heliopolis des Month“ für den Ort. Bis zur 18. Dynastie und in römischer Zeit war Hermonthis Gaumetropole (siehe oben). In einer eigens für diesen Zweck angelegten Nekropole, dem Bucheion, wurden die heiligen Stiere und deren Mutterkühe bei­gesetzt, ähnlich wie die Apisstiere als Manifestation des Gottes Ptah von Memphis im Serapeum von Sakkara. Eine der Buchis-Stelen aus dem Jahr 29 v.Chr. zeigt Octavian/Augustus als Herrscher mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten, der dem Buchisstier ein Feld überreicht. In römischer Zeit wurde hier also ein alter Kult wieder aufgenommen. Der letzte bezeugte Buchis-Stier wurde 340 n.Chr. in der Regierungszeit Constantius’ II. bestattet (Grenier, La stèle funéraire du dernier taureau Bouchis, 206-208).
Hingegen nicht eingetragen ist das oberägyptische, von Ptolemaios I. gegründete Ptolemais Hermiou (Oberägypten, Thebais), obwohl es als Gaumetropole der Thebais und neben Alexandria als zweite Hauptstadt Ägyptens fungierte, also eine der wichtigsten ptolemäerzeitlichen Städte nach Alexandria war und Kleopatra das Geburtshaus ihres Sohnes Caesarion der Sonnengöttin Rat-taui und dem Kindgott Harpre in eine Tempelanlage für die Sonnengöttin Rat-taui und den Kindgott Harpre umwandeln ließ (Rutica, Kleopatras vergessener Tempel; vgl. Herklotz, Prinzeps und Pharao, 82-83). Nach der römischen Eroberung Ägyptens verlor Ptolemais Hermiou aber - zugunsten von Koptos - rapide an Bedeutung (Mueller, Settlements of the Ptolemies, 29-31). Ebenso fehlen auf der Karte die weiter nördlich gelegenen Routen mit den Hafenplätzen Nechesia und Myos Hormos, die alle durch die Via Hadriana miteinander verbunden worden waren. Zumindest Myos Hormos, seit dem 1.Jh. v.Chr. ebenfalls als Einfuhrhafen für Waren aus Arabien und Indien genutzt, wird z.B. auch bei Strabo (16, 4, 5 [769]; 24 [781]) und im Periplus Maris Erythraei (§ 1) genannt; Leuke Kome, Umschlagplatz der Nabatäer mit seiner Blütezeit vom 1.Jh.v.Chr. bis zum 1.Jh. n.Chr., fehlt auf der TP. Strabo betont, dass Berenike die größte und wichtigste Hafenstadt gewesen sei (Strab. 17, 1, 45 [815]).
In trajanischer und hadrianischer Zeit erfolgten verstärkt Angriffe lokaler nomadisierender Gruppen auf die Stationen (praesidia). Daher wurden der militärische Schutz und die Überwachung der Route Koptos-Myos Hormos insbesondere durch entsprechende Baumaßnahmen (vor allem die bereits bestehenden praesidia betreffend, aber auch durch derartige Neubauten) in der zweiten Hälfte des 2.Jh. n.Chr. intensiviert (Redon/Manière, The Towers on the Roman Coptos–Myos Hormos Road in Egypt, 71-73). Diese Anlagen werden mitunter in der neueren Forschung als ein „unicum in the Roman world“ bezeichnet (ebd., 73), da sie in der ägyptischen Ostwüste und nicht in einer border zone liegen. Im 3.Jh. n.Chr. vollzogen sich grundlegende Veränderungen: Der Hafen von Myos Hormos verlandete, so dass sich der Gütertransport im ersten Viertel des 3.Jh. auf die Route Koptos-Berenike verlagerte (Brun, Chronology of the Forts, §§20-23). Zudem sickerten seit dem frühen 4.Jh. Blemmyer (Eus. Vita Constantini 4, 7; Prok. BP 1, 19, 27-37) und im späten 4.Jh. vermehrt arabische Gruppen (Amm. 14, 4, 3: Arabes scenitae) in diese Region ein (Fournet, The Eastern Desert in Late Antiquity, §§ 7-12; Oller Guzmán et. al., A „New Enigmatic Settlement“). Ob sich in der zeichnerischen Gestaltung dieses geographischen Raumes auf der TP die Zeitstellung widerspiegelt, ist m.E. nicht gesichert, da die Ostwüste als schmaler langgestreckter Raum dargestellt ist.
Gegenüber den anderen Routen, die den Nil mit dem Roten Meer verbanden, gewann die in der Kaiserzeit militärisch gesicherte und mit Wasserstellen ausgestattete Strecke Koptos - Berenike ab dem späteren 1.Jh. n.Chr. immer größere Bedeutung. Die militärische Präsenz in der Ostwüste diente auch der Kontrolle des Warentransports, der Unterbindung der Umgehung von Zollstationen durch die Nutzung alternativer Verkehrsverbindungen und wohl auch der Überwachung des Zugangs zu den Bergwerken und Steinbrüchen am Berenicides Mons (wie beispielsweise auch für die kaiserlichen Steinbrüche am Mons Porphyrites und am Mons Claudianus belegt, vgl. Palme, in: Kolb, Herrschaftsstrukturen, 305-307). Die zunehmende Nutzung der Strecke Koptos - Berenike ging auf Kosten von Apollinopolis magna (Edfu), das in der Ptolemäerzeit der Ausgangspunkt war für die Routen zum Roten Meer. Auch dieser Befund spricht dafür, dass die Einträge auf der TP in dieser Region den Stand der Kaiserzeit wiederspiegeln. - Vgl. auch zu Berenike: Pernicide portum· (hier auch weitere Literatur).

Kommentar (Talbert):
-> stretch to Cenoboscio
Distance figure is written XL.III.
There are no previous stretches.

Miller, Itineraria, Sp. 860:
Hormucopto (Nicht Hermucopto (Bt, Bg), Hermucepte (Ve)), das Wort ist zu trennen in Hormu (zu Strecke 125) und Copto, Copton und Copto (It), Koptos (Κώπτος: St, Agatharch, Pt, Pl, Am, It, Hl), Κοπτώ (Plut), (I: CIL III 14147 5 – gefunden auf der Insel Philae); Hauptstadt des Nomos Coptites und wichtiger Handelsplatz als Hauptstapelort für die indischen und arabischen Waren, die durch Karawanen von Berenice und Myos Hormos hierher gebracht wurden. Unter Justinian hieß sie auf kurze Zeit Justiniapolis; die Umgegend lieferte einen guten leichten Wein, schöne Smaragde und andere Edelsteine (Pl, Ael, Athen); j. Kuft; Ruinen. Iss: CIL III 6628. 6629. 13580. Flinders Petrie, Koptos (London 1896).
Abzweigung nach Berenice, Strecke 125 a.
Dazwischen Vico Apollonos 22 (It); inde Thebas 22 (It).
25.

Datierung (Barrington):
Coptos – Archaic/Classical/Hellenistic/Roman/Late Antique (C-D 3, 143-44; Timm 5, 2140-54)

DNP:
Koptos

Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet:

Ägypten | Handel | Indienhandel

Hauptort des 5. oberäg. Gaues (neben Ombos und Qūṣ), äg. gbtw, daraus griech. κοπτός, kopt. kebt und arab. qifṭ. Wichtiger Ausgangspunkt für Expeditionen ins Wadi Hamāmat und zum Roten Meer. In K. befanden sich Tempelbauten für Min (Hauptgott), Isis (auch als “Witwe von Koptos” bezeichnet) und Horus; auch ein Kult des Geb ist belegt. Kolossale Steinstatuen des Min stammen bereits aus der frühen 1. Dyn. Schutzdekrete des späten AR befreiten Tempel und Kapellen von Abgaben. Erhalten sind vorwiegend ptolem. und röm. Bauten; Reste einer Orakelkapelle aus der Zeit Kleopatras VII. Der besterhaltene Tempel in al-Qalūa ist Isis geweiht. In ptolem. Zeit kam es im Zusammenhang mit dem Fernhandel über Häfen am Roten Meer (Myos Hormos, Berenike) zum Aufschwung. In röm. Zeit war K. Militärstützpunkt und wurde nach einem Aufstand von Diocletian zerstört (292 n.Chr.); dennoch war der Ort bis in die arab. Zeit ein wichtiger Handelsort.

Quack, Joachim (Berlin)

Literatur:

1) zu Koptos
Gustav Parthey, Ägypten beim Geographen von Ravenna, Berlin 1858, 143. 144; Egidio Forcellini, Totius latinitatis lexicon opera et studio Aegidii Forcellini lucubratum, Band 3, Prati 1883; Carl Wessely (Ed.), Corpus Papyrorum Raineri Archiducis Austriae, Vol. 1: Griechische Texte: Rechtsurkunden, Wien 1895; Miller, Itineraria, 860; Hermann Kees, in: RE XI / 2, 1922, 1367-1369 s.v. Koptos; Wolja Erichsen, Papyrus Harris I. Hieroglyphische Transkription, Brussels 1933 (= Bibliotheca. Aegyptiaca 5); Hermann Kees, in: RE V A / 2, 1934, 1553-1582 s.v. Thebai 2; Henry George Fischer, in: Lexikon der Ägyptologie 3, 1980, 737-740 s.v. Koptos; Hermann Harrauer / Pieter J. Sijpesteijn, Ein neues Dokument zu Roms Indienhandel, P. Vindob. G. 40822, in: Anzeiger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 122, 1985, 124-155; Kai Ruffing, Einige Überlegungen zu Koptos: Ein Handelsplatz Oberägyptens in römischer Zeit, in: Münstersche Beiträge zur antiken Handelsgeschichte 14, 1995, 17-42; Joachim Quack, in: DNP 6, 1999, 730 s.v. Koptos; Schuol, Charakene, 409f.; Wolfgang Kuhoff, Diokletian und die Epoche der Tetrarchie. Das Römische Reich zwischen Krisenbewältigung und Neuaufbau (284-313 n.Chr.), Frankfurt am Main 2001; Joachim Quack, in: DNP 12 / 1, 2002, 277-282 s.v. Thebai 1; Jean-Luc Fournet, Coptos gréco-romaine à travers ses noms, in: TOPOI Suppl. 3, 2002, 47-60; Lucas Baqué-Manzano, Further Arguments on the Coptos Colossi, in: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale 102, 2002, 17–61; Dominic Rathbone, Koptos the Emporion. Economy and Society, I-III AD, in: Marie-Françoise Boussac (Hrg.), Autour de Koptos. Actes du colloque organisé au Musée des Beaux-Arts de Lyon, 17-18 mars 2000, Paris 2002 (= Topoi, Suppl. 3), 179-198; Steven E. Sidebotham, From Berenike to Koptos: Recent Results of the Desert Route Survey, ebd., 415-438; Erhard Grzybek, Coptos et la route maritime des Indes, ebd., 337-347; Roger S. Bagnall/Dominic W. Rathbone (Hrsg.), Egypt from Alexander to the Early Christians. An Archaeological and Historical Guide, London 2004; Valerie A. Maxfield, Ostraca and the Roman Army in the Eastern Desert, in: Bulletin of the Institute of Classical Studies 46, 2003, 153-173; Bernhard Palme, Zivile Aufgaben der Armee im kaiserzeitlichen Ägypten, in: Anne Kolb (Hrg.), Herrschaftsstrukturen und Herrschaftspraxis. Konzepte, Prinzipien und Strategien der Administration im römischen Kaiserreich. Akten der Tagung an der Universität Zürich, 18.-20.10, 2004, Berlin 2006, 299-328, hier 305-307; Katja Mueller, Settlements of the Ptolemies: City Foundations and new Settlement in the Hellenistic World, Leuven 2006 (= Studia Hellenistica 43), 29-31 (zu Ptolemais Hermiou); Colin Adams, Land Transport in Roman Egypt: A Study on Economics and Administration in a Roman Province, Oxford 2007 (Oxford Classical Monographs), 33-42, zu den Routen vom Nil in die Oasen vgl. S. 29-32; Federico Morelli, Dal Mar Rosso ad Alessandria: Il verso (ma anche il recto) del „papiro di Muziris“ (SB XVIII 13167), in: Tyche 26, 2011, 199-233; Laure Pantalacci, in: Willeke Wendrich/Jacco Dieleman/Elizabeth Frood/John Baines (Hrsg.), UCLA Enycylopedia of Egyptology, 2012, http://digital2.library.ucla.edu/viewItem.do?ark=21198/zz002dn8zx (11.9.2026); Ingrid Bohms, Säugetiere in der altägyptischen Literatur, Berlin 2013 (= Ägyptologie 2); Matthieu Ghilardi/Yann Tristant/Mansour Boraik, Nile River Evolution in Upper Egypt during the Holocene: Palaeoenvironmental Implications for the Pharaonic Sites of Karnak and Coptos, in: Géomorphologie : relief, processus, environnement [Online], vol. 18 - n° 1 | 2012, URL: http://journals.openedition.org/geomorphologie/9685; DOI: https://doi.org/10.4000/geomorphologie.9685 (letzter Zugriff am 2.9.2026); Hélène Cuvigny, Le système routier du désert Oriental égyptien sous le Haut-Empire à la lumière des ostraca trouvés en fouille, in: Jérôme France / Jocelyne Nelis-Clément (Hrsg.), La statio. Archéologie d’un lieu de pouvoir dans l’empire romain, Bordeaux 2014, 247-278; Anna Maria Kaiser, Egyptian Units and the Reliability of the Notitia dignitatum, pars Oriens, in: Historia 64, 2015, 243-261 (Potekopto?: Equites sagittarii indigenae); Erhard Schaub, Studien zur Lebenssituation der Bevölkerung Ägyptens als Ursache der Revolten unter römischer Herrschaft. 30 v.Chr. bis 300 n.Chr., Rahden/Westf. 2014 (= Pharos 31); Pierre Tallet, Les „ports intermittents“ de la mer Rouge à l’époque pharaonique: caractéristiques et chronologie, in: NeHeT 3, 2015, 31-72; Andrew Wilson, Red Sea Trade and the State, in: Federico De Romani / Marco Maiuro (Hrg.), Across the Ocean: Nine Essays on Indo-Mediterranean Trade, Leiden 2015, 13-32, hier 19-21. 27; Kathryn A. Bard/Rodolfo Fattovich, Seafaring Expeditions to Punt in the Middle Kingdom. Excavations at Mersa/Wadi Gawasis, Egypt, Leiden/Boston 2018 (= Culture and History of the Ancient Near East 96); Matthew A. Cobb, Rome and the Indian Ocean Trade from Augustus to the Early Third Century CE, Leiden 2018 (= Mnemosyne Supplements 418), 56f.; Laure Pantalacci, Coptos, port du désert Oriental, in: Hélène Cuvigny, Le désert oriental d’Égypte durant la période gréco-romaine: Bilans archéologiques, 2018, §§ 27-33 (https://books.openedition.org/cdf/5140); Dies., Coptos: Gate to the Eastern Desert, in: Jean-Pierre Brun/Thomas Faucher/Bérangère Redon/Steven Sidebotham (Hrsg.), The Eastern Desert of Egypt during the Greco-Roman Period: Archeological Reports, Paris 2018 (https://books.openedition.org/cdf/5247); Dies., Coptos, porte du Désert Oriental, in: Jean-Pierre Brun/Thomas Faucher/Bérangère Redon/Steven Sidebotham (Hrsg.), Le désert oriental d’Égypte durant la période gréco-romaine: bilans archéologiques, Collège de France, 2018, 8–28, https://doi.org/10.4000/books.cdf.5140; Jean-Pierre Brun, Chronology of the Forts of the Routes to Myos Hormos and Berenike during the Graeco-Roman Period, in: Ders./Thomas Faucher/Bérangère Redon/Steven Sidebotham (Hrsg.), The Eastern Desert of Egypt During the Greco-Roman Period: Archaeological Reports. 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Sidebotham, A new „Enigmatic Settlement“ Discovered in the Eastern Desert of Egypt: Zabra Northwest, in: Revue des Études Anciennes 124/1, 2022, 71-91; Sitta von Reden, Frontiers in the Mediterranean-Indian Ocean Exchange Network: The Eastern Desert of Egypt and its Ports, in: Dies. (Hrsg.), Frontier-Zone Processes and Transimperial Exchange, Berlin/Boston, Berlin/Boston 2023 (= Handbook of Ancient Afro-Asian Economies 3), 389-437 (hier auch zu Didymoi, Xeron Pelagos, Dios und Krokodilo), https://doi.org/10.1515/9783110607628-010; Laure Pantalacci, The Harbour(s) of Coptos: Between the Nile and the Red Sea, in: Marine Yoyotte/Irene Forstner-Müller/Harco Willems (Hrsg.), Egyptian Riverine Harbours: Proceedings of the Symposium Held at IFAO, Cairo (15th-18th September 2019), 2024 (= Bibiothèque d’Étude 188), Le Cahire 2024, 401-416 http://www.jstor.org/stable/jj.38004680.18; Brandon McDonald, The Downturn of Egypt’s Eastern Desert in the Middle Roman Imperial Period, in: Journalof Egyptian Archaeology 110/1-2, 2024, 253-268, DOI:10.1177/03075133241273454; Bérangère Redon/Louis Manière, The Towers on the Roman Coptos–Myos Hormos Road in Egypt: Communication Signals or Surveillance Towers?, in: The Journal of Egyptian Archaeology 111/1-2, 2025, 61-76.

2) Zu Hermonthis:
Hermann Grapow, in: RE VIII / 1, 1912, 901f. s.v. Hermonthis; Arne Eggebrecht, in: Lexikon der Ägyptolgie 1, 1975, 435-441 s.v. Armant; Eberhard Otto, ebd., 874f. s.v. Buchis; Grenier, La stèle funéraire du dernier taureau Bouchis (Caire JE 31901 = Stèle Bucheum 20), in: Bulletin de l’Institut Français d’Archéologie Orientale 83, 1983, 197-208; Reinhard Grieshammer, in: DNP 5, 1998, 452 s.v. Hermonthis; Kathryn A. Bard, in: Dies. (Hrg.), Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt, London 1999, 143-145 s.v. Armant; Hans Bonnet, in: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Hamburg 2000 (3.Aufl.), 293 s.v. Hermonthis; Friederike Herklotz, Prinzeps und Pharao. Der Kult des Augustus in Ägypten, Frankfurt am Main 2007 (= Oikumene 4), 82-85; Emad Khalil, Where did Nile harbours go?, in: Bulletin of the Archaeological Society of Alexandria, 48, 2009, 133-146; Martina Minas-Nerpel, Augustus, Prinzeps und Pharao zwischen politischer Realität und ideologischem Anspruch, in: Günther Moosbauer / Rainer Wiegels (Hrg.), Fines imperii, imperium sine fine? Römische Okkupations- und Grenzpolitik im frühen Principat, Rahden 2011 (= Osnabrücker Forschungen zu Altertum und Antike-Rezeption 14), 131-143, hier 135-137; Adam, Łajtar, The Theban Region under the Roman Empire, in: 171-188, hier 178. 180-181; Christophe Thiers, Armant (Hermonthis), in: Roger S. Bagnall et al. (Hrsg.), The Encyclopedia of Ancient History 2013, 2. Aufl. 2020, 720-722 (https://shs.hal.science/halshs-03741976/document); Christophe Thiers, Armant: Recent Discoveries at the Temple of Montu-Re, in: Egyptian Archaeology, 2014, 44, 32-35; Daniela Rutica, Kleopatras vergessener Tempel. Das Geburtshaus von Kleopatra VII. in Hermonthis: Eine Rekonstruktion der Dekoration, Göttingen 2017 (= Göttinger Miszellen 1) (2. Aufl.); Christophe Thiers, Ermant, l’Héliopolis du Sud: travaux récents dans une capitale thébaine, in: Bulletin de la Société française d’égyptologie 211, 2024, 89-113, hal-04734769. - Zu weiterer Literatur vgl. zu Berenike: Pernicide portum·.


H.G. Fischer, Inscriptions from the Coptite Nome, 1964.

H. Kees, s.v. K., RE 11, 1367-1369.

L.Pantalacci, C. Traunecker, Le Temple d´El-Qalūa 1, 1990.

C. Traunecker, Coptos, 1992.

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Letzte Bearbeitung:

06.10.2026 15:24

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