| Kommentar zum Toponym: |
Miller, Itineraria, Sp. 511 f.:
12; dazwischen Timum und Tumo (Ra)=Timogitti (It), s. o.
Bizone^1 [1: Irrig Bihone (rel.)], [...]; schon vor St durch ein Erdbeben zerstört; j. Kavarna an deren Stelle, Gavarna (ital. Portulane 1318-1580). Iss - s. Kalinka n. 116. 233.
12.
Kommentar (RE):
https://elexikon.ch/RE/III,1_553.png
Bizone (Βιζώνη), ein Städtchen am thrakischen Ufer des Pontos Euxeinos, zwischen Dionysopolis und dem Vorgebirge Tirizis oder Tirissa gelegen (Anonym. peripl. Ponti Eux. p. 195 ed. Hoffmann. Tab. Peut. Geogr. Rav. p. 181. 370), von Jireček mit dem heutigen Kavarna identificiert. Nach Skymnos 760 stritt man schon im Altertum darüber, ob dieser Ort eine Ansiedlung der Barbaren oder aber eine Colonie des benachbarten Mesembria sei; sicher ist nur, dass er nie eine grössere Bedeutung gewann und schon vor Christi Geburt durch ein Erdbeben zerstört (Strab. VII 319. Mela II 22. Plin. n. h. IV 44; daher in dem dem Arrian zugeschriebenen Periplus Ponti Eux. χῶρον ἔρημον) für uns aus der Geschichte verschwindet. Zuletzt findet sich B. auf der Tab. Peut. als Station auf der Küstenstrasse. In einem bei Probus erhaltenen Fragment des Sallust (hist. frg. IV 19 Maur.) ist offenbar der Name B. erhalten (cod. hat: Vizzo; aus der Form Bizone konnte ja leicht ein lateinischer Nominativ Bizo, [552] -ōnis gemacht werden) und Maurenbrecher hat gewiss Recht, dass in der Erzählung des Kriegszuges des M. Lucullus gegen die Moeser Sallust diesen Ort erwähnte; da aber nur der Name desselben erhalten ist, wissen wir leider nicht, was von ihm berichtet wurde. Jireček Arch.-epigr. Mitt. X 187. Tomaschek S.-Ber. Akad. Wien CXXXI 60. [Brandis.]
Datierung (Barrington):
Bizone - Classical, Hellenistic, Roman (Hoddinott 1975, 333).
DNP:
Bizone
(Βιζώνη). Antike Siedlung auf den zum Hochplateau der Dobruža führenden Terrassen, Čirakman an der westl. Schwarzmeerküste. Siedlungsspuren seit dem Äneolithikum; urspr. thrak. Siedlung, wohl kaum Apoikie von Mesambria (Ps.-Skymn. 758f.). Wohl schon im 4.Jh. v.Chr. pólis; für das angehende 2.Jh. v.Chr. ist die chṓra inschr. bezeugt (Inscriptiones Scythiae Minoris 1,15,26f.). B. wurde 72/71 v.Chr. von Lucullus erobert (Eutr. 6,10); bald danach von Erdbeben vernichtet (Plin. nat. 4,44; Strab. 7,6,1), weshalb ihre chṓra zw. Dionysopolis und Kallatis aufgeteilt wurde (IGBulg 5, 5011). Später neu errichtet (IGBulg 1, 6ff.; Arr. per. p. E. 4,3f.); in frühbyz. Zeit befestigt, nach arch. Befund im 7.Jh. endgültig zerstört.
von Bredow, Iris
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| Literatur: |
Miller, Itineraria, Sp. 511 f.
Brandis, Karl Georg, Bizone, in: RE III.1 (1897), Sp. 551 f.
B. Isaac, Greek Settlements, 259ff.
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