| Begründung zur Datierung: |
Der Ort spielte eine bedeutsame Rolle während Sullas Marsch auf Rom (vgl. Plut. Sull. 9,5), literarisch ist er frühestens bei Strabo belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren. |
| Kommentar zum Toponym: |
Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Ad Pactas > Ad Pictas
b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Le Macere [Pleiades]
c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Πίκται πανδοχεῖα (Strab. geogr. 5,3,9), Ad Pictas (It. Ant. 304,8; 305,10), °Pinas (Geogr. Rav. p. 71.39), corr. Schnetz: Corrigo Pictas (n ex ct), antiquum mendum, περὶ Πικτὰς (Plut. Sull. 9,5)
Etymologische Herleitung des Namens
Es handelt sich um eine Gruppe bunt bemalter Wirtshäuser an der via Latina [vgl. 4].
d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Ort spielte eine bedeutsame Rolle während Sullas Marsch auf Rom (vgl. Plut. Sull. 9,5), literarisch ist er frühestens bei Strabo belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren.
e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 327: Ad pactas, Pinas (Ra), Ad Pictas (It); j. Lugnano. 5; bis Compitum 15 (It).
RE: Ad Pictas (tabernas; Piktaì pandocheia [gr.] Strab. V 237), eine Gruppe bunt bemalter Wirtshäuser an der via Latina, nach Strab. 210 Stadien = 26 Milien von Rom entfernt. Dazu passen Itin. Ant. 304,8 und Tab. Peut., die 25 Milien auf der via Labicana angeben; diese meint demnach auch Strabon. Hier trafen nach ihm beide Straßen zusammen. Da nun der eigentliche Schnittpunkt bei dem 5 Milien weiter entfernten Bivium liegt, worauf schon der Name hinweist (vgl. Mommsen CIL X p. 695), muss es von ad P. eine Verbindung nach Labicana gegeben haben, die zu Strabons Zeit als deren letztes Stück galt: s. Ashby Papers of the British School at Rome I 217. Früher suchte man ad P. auf dem colle Treare an der via Labicana in der Nähe von Labico, das früher Lugnano hieß. Doch stimmt das nicht mit den Entfernungen und der klaren Angabe Strabons, dass dort die Straßen sich vereinigten; s. Ashby 275. Die Tabernen sind daher schon von Capmartin de Chaupy Découverte de la maison de campagne d`Horace (1769) III 463 mit Recht bei Fontanile delle Macere, etwa 5 km südwestlich von Labico angesetzt worden, wo er noch eine Menge antiker Trümmer vorfand. Auch die nach Norden führende Verbindungsstraße konnte er ein gutes Stück verfolgen; vgl. Nissen It. Ldk. II 649. Tomassetti La campagna Romana III 445. Ashby a.P. V 419. Karte VII. Miller Itin. Romana 317 nimmt Lugnano = Labico an. Auf der via Latina ist ad P. von Rom etwa 24 Milien entfernt. Die 30 Milien, die Itin. Ant. hierfür angibt, sind also ein Irrtum. Beim Geogr. Rav. IV 33 ist mit Pinas jedenfalls ad Pictas gemeint. Hier traf im J. 88 die vom Senat kommende Gesandtschaft den von Nola anrückenden Sulla; denn Plut. Sulla 9 ist mit Recht das überlieferte Πικίνας von Cluverius Italia antiqua (1624) III 949, 31 in Πικτάς geändert worden. [Karl Scherling]
f) wenn vorhanden: Kommentar zur Vignette
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g) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler?)
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h) Hinweise zum Streckennetz und den Distanzangaben
210 Stadien = 26 Milien von Rom entfernt
Dazu passen Itin. Ant. 304,8 und Tab. Peut., die 25 Milien auf der via Labicana angeben;
[vgl. RE]
Auf der via Latina ist ad P. von Rom etwa 24 Milien entfernt. Die 30 Milien, die Itin. Ant. hierfür angibt, sind also ein Irrtum
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| Literatur: |
[1] Desjardins, Table, p. 184, col. 1, no. 3.
[2] Miller, Itineraria, Sp. 327.
[3] Nissen It. Ldk. II 649.
[4] Scherling, Karl, ad Pictas, in: RE S VIII (1956), Sp. 492-493.
[5] Quilici 1982 110-17.
[Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]
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