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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

[Lacus Eupilis]

Name (modern):

Lago di Pusiano

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/383645
Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_of_Pusiano
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Wasser (ohne Flussname)

Planquadrat:

3A2

Farbe des Toponyms:

ohne Farbe

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Eupilis lacus - https://elexikon.ch/RE/VI,1_1225

Barrington Atlas:

Eupilis L. (39 E2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

[Lacus Eupilis]

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

Eupilis [lacus] (3,131)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Plinius dem Älteren.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
[Lacus Eupilis]

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Lago di Pusiano

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Eupilis [lacus] (Plin. nat. 3,131)

d) Datierung der Namensform auf der TP
Der See ist literarisch frühestens bei Plinius dem Älteren belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 956:
[Lacus Eupilis], aus welchem hier der fl. Ambrum entspringt; j. Lago di Pusiano. Der größte der oberitalischen Seen, Lacus Beuacus, j. Garda-See fehlt.

Nissen I 182:
Südlich von dem Gebirgsdreieck, welches die beiden Arme des Larius umfassen, lag ein vom Lambro durchströmter See, der an Ausdehnung dem Luganer wenig nachgegeben haben mag: Plinius nennt ihn Eupilis und stellt ihn mit Larius Verbanus Benacus Sebinus zusammen Plin. III 131). Seit dem Mittelalter ist er ausgetrocknet und nur eine Reihe kleiner Becken, der Lago Montorfano Alserio Pulsano Segrino Annone (?) verraten sein früheres Dasein.

RE:
Eupilis lacus, jetzt verschwundener See in Oberitalien, durch welchen der Lambrus floß, Plin. III 131; er muß südlich von dem kleinen Lago di Alserio und di Pusiano, zwischen diesem und den Dörfern Cassago Lambruge Alzate gewesen sein. Mommsen CIL V p. 606.[1] [Hülsen.]

Luciano Bosio:
A riguardo dell`Ambrum non vi sono dubbi, tenendo anche conto del toponimo Lambrum, che esso sia da riconoscere con l`attuale Lambro [554: Miller 1916, c. 387; Philipp 1924, Lambrus, c. 543; TIR 1966, s.v. Lambrus fl. (Lambro), p. 81], , che nasce ai piedi del monte San Primo, attraversa il lago di Pu-siano e sbocca infine nel Po, poco lontano da San Colombano al Lambro [555: Pracchi 1960, pp. 113, 121.]. Il fiume è ricordato da Plinio, che lo chiama Lambrus Eupilis, collegandolo al lago da cui deriva [556: Plin. nat. Hist. III 131]; Sidonio Apollinare lo dice invece ulvosus (ovvero “pieno di erbe palustri”) [557: Sid Apoll. Epist. I,5,4: ulvosum Lambrum]; una sua citazione è anche nell`Anonimo Ravennate [558: An. Rav. IV 36]. Tenendo conto del-la precisazione di Plinio, possiamo anche riconoscere nell`antico Eupilis l`attuale lago Pusiano [559: Cfr. Miller 1916, cc. 387, 956. Cfr. CIL V, p. 606 ; Nissen 1883, p. 182 ; Nissen 1902 p. 180; Hülsen 1907, Eupilis lacus, c. 1225.] . Nel complesso il disegno riportato nella Tabula sembra dunque corrispondere abbastanza bene alla realtà, tranne che per la posizione della mansio Lambrum, alquanto distante dal corso d`acqua e indicata erroneamente a sud del Po. Il secondo fiume segnato nella Carta è il Fl. Ubartum.

Was den Ambrum betrifft, so besteht kein Zweifel, auch unter Berücksichtigung des Ortsnamens Lambrum, dass es mit dem heutigen Lambro identisch ist [554: Miller 1916, c. 387; Philipp 1924, Lambrus, c. 543; TIR 1966, s.v. Lambrus fl. (Lambro), S. 81], der am Fuße des Monte San Primo entspringt, den Lago di Pusiano durchfließt und schließlich unweit von San Colombano al Lambro in den Po mündet [555: Pracchi 1960, S. 113, 121.]. Der Fluss wird von Plinius erwähnt, der ihn Lambrus Eupilis nennt und ihn mit dem See in Verbindung bringt, aus dem er entspringt [556: Plin. nat. Hist. III 131]; Sidonius Apollinaris hingegen bezeichnet ihn als ulvosus (d. h. „voller Sumpfpflanzen”) [557: Sid Apoll. Epist. I,5,4: ulvosum Lambrum]; ein Zitat von ihm findet sich auch im Anonymus Ravennate [558: An. Rav. IV 36]. Unter Berücksichtigung der Präzisierung von Plinius können wir im antiken Eupilis auch den heutigen Lago Pusiano erkennen [559: Vgl. Miller 1916, cc. 387, 956. Vgl. CIL V, S. 606 ; Nissen 1883, S. 182 ; Nissen 1902 S. 180; Hülsen 1907, Eupilis lacus, c. 1225]. Insgesamt scheint die Zeichnung in der Tabula also recht gut der Realität zu entsprechen, abgesehen von der Lage der Mansio Lambrum, die etwas weit vom Flusslauf entfernt und fälschlicherweise südlich des Po eingezeichnet ist. Der zweite in der Karte eingezeichnete Fluss ist der Fl. Ubartum.

f) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
Kommentar (Talbert):
It is clear from the 1976 photograph (though, curiously, not from the 1888 photograph) that what may appear to be a small lake here is in fact a hole. However, a dark outline round the hole remains, so that a lake was no doubt meant; without one, the Fl. Ambrvm (#10S) would lack a source. The lake (#6) seems not to have been named.

Die Ausgaben von Scheyb und Welser scheinen den Fleck eindeutig als See zu interpretieren, was auch im Kontext mit dem Fluss stimmig wäre. Die Frage ist jedoch, wann der "Fleck" entstanden ist, ob es sich um ein Loch handelt aufgrund der grünen Farbe, oder um mechanisches Einwirken auf das Pergament. Blickt man auf die Zerstörungen der grünen Farbe in Segment 1 und auf den aktuellen Zustand anderer Seen, etwa Genfer See, dann sieht man, dass die grüne Farbe das Pergament zerstört hat und hier wirklich ein See eingetragen sein muss.

Aus diesem See entspringt der Fluvius Lambrus.

Literatur:

[1] Bosio/Rosada, Fonti II, S. 79.

[2] Hülsen, Christian, Eupilis lacus, in: RE VI.1 (1907), Sp. 1225.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 956.

[4] Nissen I 182.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

29.05.2026 16:45

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Cite this page:
https://www1.ku.de/ggf/ag/tabula_peutingeriana/einzelanzeige.php?id=2100 [zuletzt aufgerufen am 05.06.2026]

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