| Kommentar zum Toponym: |
Die Folgestation Vbinnaca ist unter Comitanasso eintragen statt, wie zu erwarten, rechts davon, da sich der Kartograph beim Einzeichnen der Straßenlinie wohl in der Länge verschätzt hat (s. Art. 9B1 Petra).
Namensform (< Cuamitanassum oder -us) sonst nicht überliefert.
Aber das Ethnonym Κουαμιτανασευς ist belegt auf einem Inschriftenfund aus Ortakuyu (Ballance 1958, 227).
Durch diesen inschriftl. Beleg erübrigt sich Müllers Annahme (comm. ad Ptol. 5,6,13) einer sonst nicht belegten κώμη Τανασσός (s. Zgusta 1984, 598).
Nicht überzeugend ist auch die Gleichsetzung mit Νανασσός (Νανανασσός) laut Müller comm. ad Ptol. 5,6,13 = 5,6,14 Graßhoff (Ἀρχελαίς - Νανασσός (Νανανασσός) – Διοκαισάρεια), da es lt. Ptol. in der in der Präfektur Garsauritis, also weiter östl. lag.
Die von Ramsay 1890, 344 vorgeschlagene und von ItMiller 690 akzeptierte Identifizierung mit Koropassos (heute: Akhan) ist ebenso wie die mit Momoasson (ItBurd 577,1) schon aus sprachgeschichtlichen Gründen unwahrscheinlich (s. Zgusta 1984, 598).
Auch Millers Gleichsetzung mit Uasada/Basada (heute: Bostandere, s. TIB 4, 239) wird heute nicht mehr geteilt.
Straßenstation auf der nördlicheren Diagonalverbindung durch Lykaonien, in Wirklichkeit 79 nordöstl. von Ikonion (9B2 yconio), 28 km nordöstl. von Sauatra in einem völlig unfruchtbaren Gebiet südlich des Tattasees. Die Entfernungsangaben auf der TP treffen ziemlich genau zu. Straße und Siedlung wurden wohl in frühbyzantin. Zeit aufgegeben (s. TIB 4, 153).
Archäolog. Befund: Im ausgedehnten Siedlungsgebiet römische und byzantin. Reste, u. a. einer Befestigung mit Kirche und mindestens einer weiteren Kirche. Berichte von Funken eines inzwischen zerstörten Mosaiks. Im Ort Spolien und drei Inschriften, eine davon byzantinisch (s. Ballance 1958, 228; TIB 4, 153 mit Lit.). Als Argument für die Identifizierung der Ruinen mit Comitanasso führt Ballance 1958, 228 an, dass eine Siedlung dieses Ausmaßes in einer derart unfruchtbaren Umgebung nur als Straßenstation existieren konnte.
Meilenangabe nach Vbinnaca: XII (12)
Die Straßenlinie fehlt.
Kommentar (Talbert):
For placement, see note under Petra.
-> Stretch to Vbinnaca
The linework for this stretch is not marked.
Miller, Itineraria, Sp. 690:
Comitanasso [cf. Vasada - Οὐάσατα (Hl, Pt, Conc Chalc, Conc Const III, ne), Ὀνάσδης (ne); ferner cf. Koropassos, welches jedenfalls in der Nähe liegt (j. Ak Han Jaila]; j. Ruinen Ujuk Bowat?
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| Literatur: |
Ballance, M. H.: Roman Roads in Lycaonia, Anatolian Studies 8 (1958), 223-234, hier: 224-227f.
https://www.jstor.org/stable/3642421?seq=1#metadata_info_tab_contents
Konyali, İbrahim Hakkı: Âbideleri ve kitabeleri ile Niğde Aksaray tarihi Bd. I-III, Istanbul 1947-1975, 1889; 2029f.
Miller, Itineraria, Sp. 690.
Ramsay, W. M.: The Historical Geography of Asia Minor (= Royal Geographical Society,
Supplementary Papers IV), London 1890 (ND Amsterdam 1962), 344; 360.
https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=njp.32101064457615&view=1up&seq=5.
Ruge, W.: Comitanasso, RE 4,1 (1900), 619.
Ruge, W.: Momoassos, RE 16,1 (1933) 41f.
Zgusta, Ladislav: Kleinasiatische Ortsnamen, Heidelberg 1984, 297; 598.
[Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]
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