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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Manduris

Name (modern):

Manduria

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher XX     Tarento     
Toponym nachher XXIX     Neretum     
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/442644
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Ortsname ohne Symbol

Planquadrat:

6B1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Manduria (DNP)

RE:

Manduria

Barrington Atlas:

Manduria (45 G4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Manduris

Levi:

 

Ravennat:

Manduris (p. 69.12; 84.31)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

oppidum Manduriam (2,226), Manduriam Lucanorum (3,98)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Livius und Plinius dem Älteren.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Manduris

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Manduria

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Q. Fabius consul oppidum in Sallentinis Manduriam vi cepit (Liv. 27,15,4), oppidum Manduriam (Plin. nat. 2,226), Manduriam Lucanorum (Plin. nat. 3,98), ἦν γὰρ Ἀγησιλάου μὲν Ἀρχίδαμος ὁ περὶ Μανδύριον τῆς Ἰταλίας ὑπὸ Μεσσαπίων ἀποθανών (Plut. Agis 3.2), Manduris (Geogr. Rav. p. 69.12; 84.31)
Steph. Byz. s.v. Μανδύριον

König/Winter zu „Manduriam Lucanorum“ (Plin. 3,98):
Die vollständige Textstelle lautet: „et Manduriam [andere Ausgaben haben Pandosiam] Lucanorum urbem fuisse Theopompus, in qua Alexander Epirotes occubuerit.
„vgl. Stephanus Byz. s. v. - Theopompos, FGrH 115 frg. 3 1 8 . - Alexander von Epirus kam 330 v. Chr. bei Pandosia, h. Mendicino, südwestl. von Cosenza, um (Livius VIII 24,2.5; Iustinus XII 2,3.14), während der spartanische König Archidamos 338 v.Chr. bei Manduria, h. Manduria, östl. von Tarent, fiel (Athenaios XII 536d; Diodoros XVI 63,88; Pausanias III 10,5 u. a.). Plinius hat hier entweder die Todesorte der beiden Feldherren oder die Feldherren selbst verwechselt. In der Nähe von Manduria befindet sich ein noch heute benützter Brunnen, dessen Wasserstand weder durch Schöpfen noch durch Zugießen verändert werden kann; vgl. nat. hist. 2,226.“

d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Ort ist literarisch frühestens bei Livius und Plinius dem Älteren belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Pleiades: Manduria was a key Messapic center. Archidamus III, king of Sparta, fell there in 338 B.C. while leading the army of Taras.

Miller, Itineraria, Sp. 361f.:
Manduris, it. (Ra), Mandunium (Plut), Mandurium (Steph), Manduria (Liv, Pl); Amandrinum (Gu - zwischen Tarent und Gallipoli - am Meere); an einem kleinen See (Pl) in der Ebene und in sumpfiger Gegend gelegen, bekannt durch den Sieg der Messapier über den spartanischen König Archidamus (Plut); von Quintus Fabius erobert (Liv); 547 von Totila eingenommen, 924 von den Sarazenen entvölkert, a. 977 von den Agarenen dem Erdboden gleichgemacht; berühmt ist die von Pl. erwähnte Quelle; j. noch Manduria. Auf der Westseite entstand nach der endgültigen Zerstörung Casalnuovo aus den alten Ruinen, mit großartigen Mauerresten: doppelte Mauern (30 Schritt voneinander abstehend) und Gräben (Galat de situ Jap). 29.

DNP: Manduria
Stadt der Messapii und Sallentini südöstl. von Taras (Tab. Peut. 7,1; Steph. Byz. s.v. Μανδύριον; Manduris, Geogr. Rav. 4,31; 5,1; Amandrinum, Guido 72), mit Quelle (Plin. nat. 2,226; [2; 5]). Nach Parteinahme für Karthago 209 v.Chr. von den Römern zurückerobert (Liv. 27,15,4: 3000 Gefangene und große Beute). 338 v.Chr. wurde bei M. der spartanische König Archidamos [2] getötet (Plut. Agis 3,2); h. Manduria. Messapische Inschriftenfunde [3; 5]; wichtige arch. Überreste: dreifacher Mauerring (des 5., 4. und 3. Jh.v.Chr.), große Nekropole (meist des 4.-3. Jh.v.Chr.) [1; 4]. [Lombardo, Mario (Lecce)]

RE: Manduria, 25 mp. von Tarent, 29 mp. von Neretum-Nardo, erscheint als Straßenstation auf der Tab. Peut. und beim Geogr. Rav. IV 31. 5. 1. Nach Plin. n.h. II 226 lag in Sallentino iuxta oppidum Manduriam lacus, ad margines plenus, neque exhaustis aquis minuitur neque infusis augetur. Es handelt sich also bei dieser Stadt mit der noch vorhandenen Wunderquelle um eine sallentinisch-messapische Ortschaft. Im Mittelalter, als die Sarazenen im 10. Jhdt. Den Ort zerstörten (Nissen Ital. Landesk. II 886), entstand hier der Ort Casalnuovo, der um 1700 den alten Namen Manduria wieder annahm. Mauer- und Straßenreste zeugen noch heute von der alten Macht der Stadt, an deren Stadtmauer, die sich im doppelten Ring aus Quadern ohne Mörtel 4 km im Umfang um die Stadt zog, der spartanische König Archidamos 338 den Kopf einrannte, Plut. Agis 3,2. Theopomp. Athen. XII 536d. Diod. XVI 63. 88. Paus. III 10,5. Auch Hannibal stürmte gegen sie, nahm sie aber nicht ein, Liv. XXVII 15. Bei Plinius fehlt sie trotz Nissen wohl nicht im Verzeichnis der Munizipien, denn bei Plin. n.h. III 98 erscheint in den Handschriften ein Mardoniam Lucanorum urbem fuisse Theopompus, in qua Alexander Epirotes occubuerit. Daraus machen die Herausgeber freilich Pandosiam, weil nach Strab. V 256 Alexander von Epirus vor Pandosia und nicht vor Manduria starb. Indessen ist der Name mardoniam gesichert, so dass Plinius selbst wohl den Todesort zweier Feldherren miteinander verwechselt. Die leichte Verschreibung manduriam > mardoniam findem in dem namen Μανδονίον bei Plut. Agis 3 ihre Parallele. [Philipp]

f) wenn vorhanden: Kommentar zur Vignette
-
g) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler?)
an einem kleinen See (Pl) -> interessanterweise haben wir einen grünen Fleck in der Nähe von Manduris. Könnte das ein Reflex darauf sein?
in Sallentino iuxta oppidum Manduriam lacus, ad margines plenus, neque exhaustis aquis minuitur neque infusis augetur (Plin. nat. 2,226)

h) Hinweise zum Streckennetz und den Distanzangaben
-

Literatur:

[1] Desjardins, Table, p. 214, col. 3, no. 1.

[2] Lombardo, Mario, Manduria, in: DNP 7 (1999), Sp. 802-803.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 361f.

[4] Nissen Ital. Landesk. II 886

[5] Philipp, Hans, Manduria, in: RE XIV.1 (1928), Sp. 1046.

__________________________

1 A. Alessio, M., in: F. D`Andria (Hrsg.), Archeologia dei Messapi, 1990, 307-321.

RE; BTCGI IX, 327-30; Lamboley 1996, 141-51)

2 BTCGI 9, 1991, 327-330.

3 C. Santoro, M. nell`ambito della civiltà messapica, in: Studi Linguistici Salentini 20, 1993, 157-186.

4 A. Alessio (Hrsg.), Oltre le mura, 1997.

5 J.-L. Lamboley, Recherches sur les Messapiens, 1996, 141-151.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

28.11.2025 13:43


Cite this page:
https://www1.ku.de/ggf/ag/tabula_peutingeriana/trefferanzeige.php?id=421 [zuletzt aufgerufen am 02.01.2026]

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